„Philadelphia“-Regisseur Jonathan Demme ist tot

Er starb im Alter von 73 Jahren an Krebs

Jonathan Demme
Montclair Film Festival - CC BY 2.0

Jonathan Demme, Regisseur von Filmen wie „Philadelphia“ und „Das Schweigen der Lämmer“ ist tot. Er starb im Alter von 73 Jahren in seiner Heimatstadt an den Folgen einer Krebserkrankung. Das teilte sein Publizist dem Branchenblatt „Variety“ mit.

Der Filmemacher litt an Speiseröhrenkrebs und hatte anhaltende Probleme mit seinem Herzen. Schon seit 2010 war Demme in ärztlicher Behandlung, seit 2015 habe sich sein Zustand aber immer weiter verschlimmert.

„Philadelphia“ hat erstmals HIV und schwule Männer im großen Hollywood-Kino thematisiert

Sein Film „Philadelphia“ mit Tom Hanks war im Jahr 1993 der erste große Hollywoodfilm, der sich kritisch mit dem gesellschaftlichen Umgang mit AIDS-Erkrankten und schwulen Männern in den USA auseinandersetzte. Tom Hanks machte der Film nach einer Komödien-Karriere zum ernstzunehmenden Superstar, er bekam für seine Rolle als aidskranker Rechtsanwalt seinen ersten Oscar.

Für den Thriller „Das Schweigen der Lämmer“ mit Jodie Foster und Anthony Hopkins erhielt er ein Jahr zuvor den Oscar für die beste Regie, bei der Berlinale gewann dafür den Silbernen Bären. Zu seinen großen Spielfilm-Erfolgen gehört auch  „Der Manchurian Kandidat“ aus dem Jahr 2004.

Spielfilme, Konzertdokumentationen, Fernsehserien: Sein breites Spektrum

Seine Karriere startete Demme bereits in den 1970er-Jahren, damals führte er unter anderem für die Serie „Columbo“ Regie.

Neben seinen Spielfilmen war Demme auch für Konzertfilme bekannt. Unter anderem drehte er „Heart of Gold“ über und mit Neil Young sowie 2016 mit Justin Timberlake. Der Konzertfilm lief erfolgreich bei Netflix.

Seine allerletzte Regie-Arbeit war eine Episode für die Krimi-Serie „Shots Fired“ mit Sanaa Lathan, Helen Hunt, Richard Dreyfuss und Will Patton. Die Episode wird in den USA zufällig heute, dem Tag seines Todes, ausgestrahlt.

Er hinterlässt seine Frau und drei Kinder

Demme hielt sein Privatleben Zeit seines Lebens gut bedeckt, er wollte nur über seine Arbeit in der Öffentlichkeit erscheinen. Er hinterlässt drei Kinder im Alter von 21 bis 29 Jahren und war mit der Künstlerin Joanne Howard verheiratet.

Das Begräbnis wird im kleinen Kreis stattfinden. Die Familie hat gebeten, auf Blumenspenden zu verzichten und das Geld „Americans For Immigrant Justice“ in Florida zukommen zu lassen.