Berlin: Homophobe Angreifer in Straßenbahn identifiziert?

In einer polnischen Facebook-Gruppe scheinen die Tatverdächtigen bekannt zu sein

Mutmaßliche Täter (verpixelt)
Polizei Berlin

Es gibt eine heiße Spur zu jenem Trio, das am 4. März ein schwules Paar in einer Berliner Straßenbahn beleidigt und einen der beiden Männer verletzt haben soll. Nur wenige Stunden nachdem die Polizei die Fahndungsbilder veröffentlicht hatte, wurden zwei der mutmaßlichen Täter in einer Facebook-Gruppe identifiziert, berichtet das deutsche Online-Portal „queer.de“.

Facebook-Gruppe von Polen, die in Berlin leben, diskutierte über die Tat – und die Täter

So gab es in der 26.000 Mitglieder großen Facebook-Gruppe „Polacy w Berlinie“ (Polen in Berlin) schon bald eine lebhafte Diskussion über die Identität der mutmaßlichen Angreifer. Mehrere User posteten einen Artikel der Berliner Boulevardzeitung „B.Z.“ mit den Fahndungsfotos – so auch Adam F. Er schrieb dazu, er schäme sich für seine Landsleute. „Ich hoffe, jemand kennt die Leute auf den Bildern und ich kann die Polizei informieren“, beendete er sein Posting.

Und dieser Wunsch ging recht schnell in Erfüllung: In einem anderen Posting über den Angriff teilte Userin Joanna B. die Profile von Mariusz G. und Weronika D., die den Angreifern in der Videoaufzeichnung sehr ähnlich sehen.

Mutmaßliche Täterin „hat immer Ruhm gesucht, jetzt hat sie ihn“, spottet eine Userin

„Ich kenne beide, sie sind Diebe, mieten eine Wohnung und zahlen nicht. Sie hat bei der Arbeit gestohlen und ich wurde gefeuert“, wirft Joanna B. den mutmaßlichen Angreifern wenig Erfreuliches vor. „Wera hat immer nach Ruhm gesucht, jetzt hat sie ihn endlich“, kommentiert eine andere Userin spöttisch.

Dem Trio wird vorgeworfen, am 4. Mai gegen 1.45 Uhr in einer Straßenbahn der Linie M 10 in Richtung Warschauer Straße einen 39-Jährigen, der mit seinem ein Jahr älteren Lebensgefährten unterwegs war, zunächst beleidigt und dann geschlagen zu haben.

39-Jähriger wurde vom Trio beleidigt und angegriffen

Ein Täter schlug den Mann mit Fäusten gegen den Kopf und den Oberkörper. Als sich das Opfer zur Wehr setzte, soll die Frau die Bierflasche des zweiten Mannes genommen und dem Mann damit auf den Kopf geschlagen haben. Anschließend flüchtete das Trio aus der Straßenbahn. Es gilt für alle Delikte die Unschuldsvermutung.