Kiew bekommt vor dem Song-Contest einen Riesen-Regenbogen

Aus dem „Bogen der Völkerfreundschaft“ mit Russland wurde aus aktuellem Anlass ein „Bogen der Vielfalt“

Bogen der Vielfalt
Gennadi Kurochka/Facebook

Eigentlich soll der im Jahr 1982 entstandene titangraue „Bogen der Völkerfreundschaft“ in Kiew an die ukrainisch-russische Freundschaft erinnern. Nachdem es mit der derzeit aber – höflich formuliert – nicht so gut bestellt ist und in wenigen Wochen der Song Contest der ukrainischen Hauptstadt stattfindet, wird er nun für die Dauer der Veranstaltung zum „Bogen der Vielfalt“ – mit einem Durchmesser von rund 60 Metern dem „größten künstlichen Farbregenbogen aller Zeiten“, so die Organisatoren.

Weltbekanntes Denkmal erstrahlt nun in Regenbogen-Farben

Das Denkmal im Chreschtschatyj-Park ist auch aus der Ferne kaum zu übersehen – die Umdeutung des Wahrzeichens ist eine gelungene Überraschung. Für die Umgestaltung mit bunten Papierbahnen ist die PR-Agentur „CFC Consulting Company“, die den Song Contest begleitet verantwortlich. Deren Gründer Gennadi Kurochka hat auch die ersten Fotos von der Umgestaltung auf Facebook gepostet.

Er macht auch deutlich, dass der Riesen-Regenbogen auch im Sinne des Song-Contest-Mottos „Celebrate Diversity“, also „Vielfalt feiern“, verstanden soll. Kurochka schrieb, er sei stolz, dass sich das Land stärker in Richtung Freiheit verändere. Bereits vor der Aktion wurde der Bogen bei Dunkelheit mit Regenbogenfarben beleuchtet, was allerdings eher kitschig als kosmopolitisch wirkte.

Kiew bemüht sich auch um schwule und lesbische Song-Contest-Fans

Auch sonst bemüht sich Kiew, das bis jetzt in der internationalen Öffentlichkeit nicht als LGBT-freundliche Metropole wahrgenommen wird, um schwule und lesbische Song-Contest-Fans. Die Veranstalter des „Kyiv Pride“ haben sowohl auf ihrer Internetseite als auch in gedruckter Form einen Stadtplan mit mehr als dreißig LGBT-freundlichen Orten veröffentlicht.

Der „Bogen der Vielfalt“ ist übrigens auch Teil des Logos der diesjährigen „Kyiv Pride“, deren „March of Equality“ in der Woche nach dem ESC-Finale stattfindet. Nach Gewalt und Drohungen in den ersten Jahren fand der Marsch letztes Jahr erstmals unter massivem Polizeischutz ohne Komplikationen statt.