Schiebt Trump einen HIV-positiven Schwulen nach Russland ab?

Die neuen Asyl-Richtlinien der Trump-Regierung könnten einem jungen Russen zum Verhängnis werden

Denis Davydov
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In den USA ist ein offen schwuler, HIV-positiver Flüchtling aus Russland bereits seit mehr als einem Monat in Abschiebehaft – nachdem er sich mehr als zwei Jahre lang integriert hat. Beobachter vermuten, dass der 30-Jährige ein Opfer der neuen Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump geworden ist.

Denis flüchtete in die USA, um als schwuler Mann frei leben zu können

Eigentlich ist Denis Davydov im Jahr 2014 mit einem Touristenvisum in die Vereinigten Staaten gekommen und dann geblieben. Innerhalb der gesetzlich erlaubten Jahresfrist hat er dann um politisches Asyl angesucht. Grund dafür war die Gefahr, denen die LGBT-Community in seiner Heimat Russland ausgesetzt ist.

Doch nun ist er seit mehr als einem Monat  im Krome Detention Center, einem Schubhaftzentrum der US-Einwanderungsbehörde ICE. Er wurde festgenommen, als er von einem Aufenthalt von den zu den USA gehörenden Jungfraueninseln zurück nach Miami kommen wollte. „Er wartet auf sein Asylgespräch, hatte eine gültige Arbeitserlaubnis und eine Sozialversicherungsnummer sowie keinen Eintrag im Strafregister“, versteht Sergey Piskunov von der Organisation „RUSA LGBT“ die Welt nicht mehr.

Muss der 30-Jährige wegen seiner HIV-Infektion zurück nach Russland?

Dass er ausgewiesen werden soll, führen Beobachter darauf zurück, dass er HIV-positiv ist – und das unter den neuen Richtlinien der Regierung von Präsident Trump ein Abschiebegrund ist, ungeachtet der persönlichen Sicherheit oder dortigen Behandlungsmöglichkeiten. „Er ist ein schwuler Mann und HIV-positiv. Russland ist nicht der beste Platz, eines von beiden zu sein, und er ist beides“, erklärt Piskunov.

In der Abschiebehaft bekommt Davydov zwar seine HIV-Medikamente, darf aber nicht von einem Arzt untersucht werden. Das könnte für das Leben des 30-Jährigen bedrohlich werden. Piskunov zufolge leide der junge Mann unter einer Pilzinfektion, die aber in der Abschiebehaft nicht behandelt wird. Außerdem sei Davydov in dem Lager homophoben Beschimpfungen durch andere Insassen ausgesetzt.

Die zuständige Customs and Border Protection hat sich geweigert, eine Stellungnahme zu dem Fall abzugeben.