Schwuler in Straßenbahn beleidigt und geschlagen: Polizei identifiziert Täter

Nach Öffentlichkeitsfahndung: Ein Verdächtiger stellt sich, zu zwei weiteren gibt es sehr konkrete Hinweise

Mutmaßliche Täter (verpixelt)
Polizei Berlin

In Berlin konnte die Polizei die Identität jener drei Personen feststellen, die am 4. März einen 39-Jährigen wegen seiner Homosexualität in einer Straßenbahn attackiert hatten. Das gab die Berliner Polizei in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der Staatsanwaltschaft bekannt. Vor drei Tagen gab es einen öffentlichen Fahndungsaufruf – dieser war nun offensichtlich erfolgreich.

Der brutale Angriff ereignete sich am 4. März gegen 1.50 Uhr in einer Straßenbahn der Linie M 10 in Richtung Warschauer Straße. Zwei Männer und eine Frau sollen einen 39-Jährigen, der mit seinem Freund unterwegs war, zunächst gefragt zu haben, ob er schwul sei. Danach lästerten sie auf Polnisch über Schwule  beschimpften sie ihn lautstark schwulenfeindlich. Schließlich soll einer der Männer den 39-Jährigen mit seinen Fäusten gegen den Kopf und den Oberkörper geschlagen haben.

Über Facebook identifiziert, dritter Verdächtiger stellt sich

Als dieser sich gegen die Angriff wehrte, soll die Frau die Bierflasche des zweiten Mannes genommen und ihm auf den Kopf geschlagen haben. Danach flüchtete das Trio bei der Station Bernauer Straße aus der Straßenbahn. Der Mann erlitt Gesichtsverletzungen und klagte über Kopfschmerzen. Sein Lebensgefährte blieb unverletzt.

Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung der Bilder aus der Überwachungskamera der Straßenbahn meldeten sich in einer Facebook-Gruppe für in Berlin lebende Polen einige User, die glaubten, zumindest zwei der Gesuchten zu erkennen. Sie gaben an, in dem Video Mariusz G. und Weronika D. zu erkennen. Zu diesen beiden Personen führe der Polizeiliche Staatsschutz des LKA Berlin nun „intensive Ermittlungen“, so Polizei und Staatsanwaltschaft. Der dritte mutmaßliche Angreifer stellte sich gestern auf einer Polizeistation.