Teuflischer Plan des Vaters endet mit Odyssee für lesbisches Paar

In Dubai sollten die beiden Frauen wegen ihrer Homosexualität verhaftet werden

Shaza Ismail und Maria Jimena Rico
privat

Die gebürtige Ägypterin Shaza Ismail und ihre spanische Freundin Maria Jimena Rico Montero leben in London. Doch Ismails Vater kann nicht damit leben, dass seine Tochter eine Frau liebt – und fasst einen hinterhältigen Plan, der die beiden sogar kurzzeitig ins Gefängnis bringt. Doch in letzter Minute gibt es ein Happy End.

Mit einer Lüge lockte der Vater das lesbische Paar nach Dubai

Die Geschichte beginnt mit einer Lüge: Ismails Vater ruft seine 22-jährige Tochter, die seit eineinhalb Jahren in London lebt, an. Er erzählt ihr, dass ihre Mutter in Dubai, wo die Familie lebt, im Sterben liegt. Sie müsse schnell kommen, wenn sie ihre Mutter noch lebend sehen wolle, erzählt er ihr. Ihrer Mutter zuliebe reist die junge Frau am 15. April mit ihrer 28 Jahre alten Freundin überstürzt dorthin.

In Dubai dann die große Überraschung: Der Mutter geht es gut. Ismail wird schnell klar, dass ihr Vater sie in eine Falle gelockt hat. Homosexualität wird in dem arabischen Land mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet. Der Vater droht seiner Tochter, dass er die Behörden über die sexuelle Orientierung seiner Tochter informiert habe.

Über Georgien möchten die Frauen zurück nach London – da taucht der Vater auf und zerreisst die Pässe

Überstürzt reist das Frauenpaar ab, um über Georgien wieder zurück nach London zu kommen. „Der Vater hat versucht, sie gewaltsam an sich zu nehmen, die Familie ist wahnsinnig… Im Ernst, die bringen uns um“, schrieb Rico ihrer Familie aus Georgien über WhatsApp. Dort hat das Paar Freunde, die auf sie warteten.

Doch sie haben nicht mit dem Dickkopf von Ismalis Vater gerechnet: Medienberichten zufolge folgt er ihnen nach Georgien. Er passt seine Tochter und deren Freundin vollkommen überraschend vor dem Umsteigen am Flughafen von Tiflis ab und zerreißt ihre Reisepässe.

Ohne Reisepass versuchen sie, in die Türkei zu kommen

Nachdem die Flughafenpolizei den Vorfall aufgenommen hatte, versuchen die beiden Frauen, mit dem Überlandbus in die benachbarte Türkei zu kommen – und dort über das spanische Konsulat neue Dokumente zu bekommen. Mehrere Male scheitern sie an der Grenze. Unter anderem werden sie unter Terrorismusverdacht zwölf Stunden lang an der Grenze inhaftiert.

In einem Telefongespräch mit einem Freund in London erzählen die beiden Frauen am Montag, dass sie es über die Grenze geschafft hätten. Doch dort reißt der Kontakt ab. Ihre Familie in Spanien meldet die junge Frau daraufhin am Dienstag bei den spanischen Behörden als vermisst, wie es zuvor vereinbart war.

Am Donnerstag können Ismali und Rico schließlich in einem Abschiebezentrum in Istanbul gefunden werden. Dorthin waren sie gebracht worden, nachdem sie in der türkischen Stadt Samsun ohne Ausweise aufgegriffen wurden.

Schließlich landen die Frauen sicher zu Hause und können sich schon bald wiedersehen

Ihre Ausreise wurde in die Wege geleitet – und wenige Tage später konnten sie die Türkei endlich verlassen. Am Sonntag in der Früh landet Rico mit ihrer Freundin am Flughafen von Malaga, wo ihre Schwester lebt.

Ismails Vater, mit dem die Familie von Ricos Kontakt aufnehmen konnte, bestreitet, dass er den beiden jungen Frauen Schaden zufügen wollte. Er behauptete, dass er sich noch immer in Georgien aufhalte.