Nach Odyssee von Dubai nach Spanien: Lesbisches Paar hat sich verlobt

Unterdessen inszeniert sich der Vater im spanischen Fernsehen als Unschuldslamm

Shaza Ismail und Maria Jimena Rico
privat

Die Geschichte von Jimena Rico und Shaza Ismail ging um die Welt: Das lesbische Paar wurde von Ismails Vater, einem gebürtigen Ägypter, nach Dubai gelockt, weil dort Homosexualität illegal ist. Offenbar konnte er nicht damit leben, dass seine Tochter lesbisch ist. Nun werden mehr Details der dramatischen Flucht des Paares durch fünf Länder bekannt – und das Happy End: Rico und Ismail wollen nun heiraten.

Zunächst lockte der Vater seine lesbische Tochter mit einem Trick nach Dubai

Die dramatische Geschichte begann, als Ismails Vater seiner Tochter erzählte, ihre Mutter liege in Dubai im Sterben. „Ein Trick“, so die 28-jährige Rico im Gespräch mit der BBC: Der Vater drohte, „uns umzubringen und sagte, wir könnten ins Gefängnis gehen, weil wir Lesben sind“. Und ihre 21-jährige Freundin fügt hinzu, dass ihre Familie sie eingesperrt hat.

Das Paar konnte entkommen und floh zunächst in die georgische Hauptstadt Tiflis. Doch der Vater bekam Wind von den Plänen und reiste nach: Als das Paar auf ihren Rückflug nach London wartete, zerriss er die Reisepass und Visum der Tochter, das sie für einen Aufenthalt in Großbritannien brauchte.

Die Reise endete zunächst in einem türkischen Gefängnis

Das Paar landete schließlich in einem Abschiebegefängnis in Istanbul – dort waren die Zustände „unmenschlich und schrecklich“ erinnert sich Rico. Zumindest konnte sie ihre Familie in Spanien erreichen, die dortige Polizei setzte schließlich alle Hebel in Bewegung, um die beiden jungen Frauen aus dem Gefängnis zu bekommen.

Nach drei Tagen konnten die beiden Frauen nach Spanien ausreisen. „Ich habe nicht gedacht, dass wir noch einmal aus dem Gefängnis kommen“, erinnert sich die 28-Jährige. Doch auch auf der letzten Etappe der Reise gab es ein Problem: „Sie haben mir gesagt, dass ich gehen könnte aber sie hierbleiben muss, und ich habe gesagt, ich gehe nicht ohne sie“, setzte sich die Spanierin noch für ihre Freundin ein.

Dem spanischen Fernsehen erzählt der Vater eine ganz andere Geschichte

Dem spanischen Fernsehsender „Antena 3“ erzählte Ismails Vater hingegen eine andere Geschichte: „Als sie in Dubai ankam, habe ich sie umarmt. Sie sagte, sie würde gern in London bleiben, und ich habe sie gebeten, nach Hause zu kommen und über ihr Lesbischsein zu reden, weil sie es uns über eine Textnachricht gesagt hat. So hat sie sich geoutet – sie hat ihrer Mutter eine SMS gesendet!“, gibt er sich unschuldig.

Jimena Rico hat sogar etwas Verständnis für den Vater ihrer Freundin. Sie glaubt, dass das, was er getan hat, für ihn richtig war: „Ich weiß, dass der Vater sie liebt. Aber er ist so engstirnig, dass er das nicht verstehen kann.“

Für die beiden Frauen hat die Geschichte nun auf jeden Fall ein Happy End: Im südspanischen Torrox, wo die Familie von Rico lebt, ist das Paar nun glücklich angekommen – und sie haben bekanntgegeben, dass sie heiraten wollen. Ob auch der Vater der Braut eingeladen wird, ist noch nicht bekannt.