Hannover: Haftstrafe auch für dritten „GayRomeo-Erpresser“

25-Jähriger wurde schon zwei Mal wegen Erpressung schwuler Männer verurteilt

Justitia
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Weil sie einen ungeouteten Postangestellten aus Brandenburg wegen seiner geheimgehaltenen Homosexualität um fast 34.000 Euro erpresst haben, wurden bereits Ende Dezember 2016 zwei Mitglieder einer Erpresserbande zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Nun endete auch der Prozess gegen einen dritten Täter mit einem Schuldspruch. Das berichtet die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“.

Der 25-jährige Seljvator Z., ein gebürtiger Serbe mit deutscher Staatsbürgerschaft, ist der jüngere Bruder jenes Mannes, der wegen der Erpressung bereits im Vorjahr zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Brüder mit ihrem Schwager einen Postangestellten erpresst hatten.

Statt einem Escort kamen die Erpresser zu einem 49-jährigen Familienvater

Der 49-Jährige bestellte sich letztes Jahr über die Dating-Plattform PlanetRomeo zwei der Männer als Escorts in ein Hotelzimmer. Allerdings erwartete den Familienvater aus Brandenburg dann kein Date, sondern die schon im Dezember verurteilten Mittäter von Z. Diese drohten dem Mann, der Ehefrau von seiner Homosexualität zu erzählen und seiner Familie zu sagen, dass er sexuelle Kontakte zu kleinen Burschen habe.

Der Mann zahlte insgesamt 33.700 Euro, nahm sogar Kredite auf. Eines der Konten, auf die er das Geld einzahlte, war jenes von Seljvator Z. Als der Postangestellte nicht mehr zahlen konnte, zeigte er das Trio an. Noch heute leide er unter der Erpressung und befände sich noch immer in psychiatrischer Behandlung, sagte er vor Gericht. Zwei der Täter konnten bei einer Geldübergabe geschnappt werden, Seljvator Z. wurde erst später festgenommen. Darum stand er erst jetzt vor Gericht.

Der Angeklagte beteuerte bis zuletzt seine Unschuld

Der Prozess dauerte vier Tage – und bis zuletzt beteuerte Seljvator Z. seine Unschuld. Der Angeklagte ließ über seine Anwältin verlesen, dass er nichts mit der Erpressung zu tun gehabt habe. Nur bei einem Treffen auf einem Rastplatz habe er Kontakt zum Opfer gehabt und versucht, den Mann zu überzeugen, dass er nicht an der Tat beteiligt war.

Doch das Gericht sah das anders: Unter Beisein seiner langjährigen Lebensgefährtin und der sechs gemeinsamen Kinder verurteilte ihn das Gericht wegen gewerblicher Erpressung zu drei Jahren Haft. Denn der 25-Jährige ist bereits zweimal wegen Erpressung Homosexueller mit einer Bewährungsstrafe vorbestraft.