Deutsche Aids-Hilfe: In drei Jahren keine HIV-Neuinfektionen mehr?

Ein ehrgeiziges Ziel wurde heute in Berlin vorgestellt

Kondome mit Red Ribbon
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In drei Jahren soll es in Deutschland keine HIV-Neuinfektionen mehr geben. Das ist das ambitionierte Ziel der bundesweiten Kampagne „Kein Aids für alle“, die heute von der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) in Berlin präsentiert wurde. Möglichst viele Männer und Frauen sollen dadurch zu einem HIV-Test animiert werden. Denn frühzeitig erkannt ist der Virus gut behandelbar – und kann dann auch nicht mehr weitergegeben werden.

Kampagne soll zum HIV-Test ermuntern

„Kein Aids für alle“ – Mit diesem Motto möchte die Deutsche Aids-Hilfe vor allem Menschen ansprechen, die ihr HIV-Risiko verdrängen oder sich nicht zum Arzt trauen, weil sie Angst davor haben, abgelehnt zu werden. Doch ohne einen regelmäßigen Test und eine zeitnahe Diagnose bringen sich HIV-Infizierte oft um wirkungsvolle Therapien, die den Ausbruch von Aids wirkungsvoll verhindern können. Denn während eine HIV-Infektion gut behandelt und der Virus in Schach gehalten werden kann, endet Aids noch immer in sehr vielen Fällen tödlich.

Wie wichtig es ist, dass sich mehr Menschen auf eine HIV-Infektion testen lassen, zeigen Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI): Demnach leben in Deutschland etwa 12.600 Menschen, die von ihrer HIV-Infektion nichts wissen. Die Mehrzahl von ihnen sind schwule Männer. Das Virus trifft aber nach wie vor auch bi- und heterosexuelle Männer und Frauen.

Keine neuen HIV-Infektionen mehr: „Historisches Ziel“ ist in greifbarer Nähe

Ziel der Kampagne ist es, dass es im Jahr 2020 in Deutschland keine HIV-Neudiagnosen mehr gibt. Das wäre zehn Jahre vor jenem Zeitpunkt, den die Vereinten Nationen anpeilen. Die Chancen für das „historische Ziel 2020“ stehen dabei günstig, ist die DAH überzeugt: Die Zahl der neu entdeckten Infektionen sei bereits jetzt verhältnismäßig niedrig, und in einem leistungsfähigen Gesundheitssystem stünden wirksame Medikamente zur Verfügung.

Dem RKI zufolge gab es im Jahr 2015 rund 3.900 HIV-Erstdiagnosen in Deutschland. Rund ein Drittel davon hat sich allerdings schon mehrere Jahre zuvor infiziert, dementsprechend fortgeschritten ist auch die Erkrankung des Immunsystems.