Dublin: Schwulenbar mit Nazi-Parolen beschmiert

Hakenkreuze und Beschimpfungen auf einer der beliebtesten Schwulenbars in Irland

Schmierereien auf
Gary Shaw/Twitter

In der irischen Hauptstadt Dublin ist eine der ältesten und bekanntesten Schwulenbars Opfer von Nazi-Schmierereien geworden: Unbekannte haben auf die Fassade des „George Pub“ in der George Street Hakenkreuze und homophobe Beschimpfungen geschmiert.

Das Datum scheint kein Zufall zu sein: Die Aktion geschah ausgerechnet an jedem Wochenende, an dem die Community den Jahrestag der Volksabstimmung für die Ehe-Öffnung feiert: Die irische Bevölkerung hatte sich vor zwei Jahren mit großer Mehrheit dafür entschieden, die Ehe für schwule und lesbische Paare zu öffnen.

Das Graffiti wurde am Samstag in der Früh entdeckt. Schon um elf Uhr Vormittag waren Gebäudereiniger dabei, die Schmierereien zu entfernen. Organisiert wurden sie von der lokalen LGBT-Gruppe „Dublin Town“, die auf diese Situationen gut vorbereitet ist. „Wir haben sieben Tage in der Woche Leute, die sich mit sowas beschäftigen. Wir haben es dem Management gesagt und ein Reinigungsteam vorbeigeschickt“, so ein Sprecher der Gruppe gegenüber dem britischen Online-Portal „PinkNews“.

Polizei möchte nun die Überwachungskameras auswerten

Darragh Flynn, Manager des Pubs, kann es noch immer nicht ganz glauben: „Wir sind schockiert und niedergeschlagen, unser Gebäude von Vandalen verunstaltet zu sehen, besonders am Jahrestag der Abstimmung für Gleichheit an diesem Wochenende. In Zeiten wie diesen kommt die Community zur Unterstützung zusammen wie immer, und wir lassen nicht zu, dass uns das die Feiern zu unserem Jahrestag an diesem Wochenende ruiniert“, erklärt er. Die Gardaí, die irische Polizei, sei bereits informiert worden, man helfe ihr bei den Ermittlungen. „Das George ist offen wie immer.“

Die Polizei hat mittlerweile bestätigt, dass sie die Ermittlungen aufgenommen habe: „Gardaí ermitteln in einem Fall mutmaßlicher Sachbeschädigung auf der George Street, der uns heute morgen gemeldet wurde“, heißt es in einer ersten Stellungnahme. Dafür werden unter anderem auch die Bilder aller verfügbaren Überwachungskameras ausgewertet.