Rauchen erhöht Sterblichkeitsrisiko für HIV-Positive erheblich

Ein wichtiger Aspekt zur Steigerung der Lebenserwartung für HIV-Positive wurde bis jetzt übersehen

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Dass Rauchen tödlich sein kann, ist bekannt. Für HIV-Positive ist das Risiko, durch den Glimmstängel zu sterben, aber noch erheblich größer. Rauchen könnte für sie gefährlicher sein als die HIV-Infektion selbst. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie.

Rauchen verkürzt Lebenserwartung doppelt so stark wie die HIV-Infektion

Demnach verkürzt regelmäßiges Rauchen die Lebenserwartung bei HIV-Positiven, die in Behandlung sind, zweimal so stark wie die HIV-Infektion selbst. „Rauchen ist nun die führende Todesursache von Menschen mit HIV, die anti-retrovirale Medikamente nehmen“, erklärt Studienautor Krishna P. Reddy von der Harvard Medical School. Auch HIV-Positive, die nicht in Behandlung sind, haben demnach eine deutlich kürzere Lebenserwartung, wenn sie rauchen.

Das Thema werde jetzt aktuell, weil vor gut zwanzig Jahren HIV-Positive nicht lange genug überlebt haben, um die Gefahren des Rauchens an ihnen feststellen zu können. Das habe sich nun geändert, erklärt Reddy. Die Lebenserwartung mit dem Virus sei heute fast gleich hoch wie bei jenen Menschen, die nicht infiziert sind.

„Dieses kleine Ding, das so harmlos aussieht, könnte mich schneller umbringen als HIV“

Für den HIV-Aktivisten und Blogger Jeffrey Newman ist das ein Schock: „Ich habe 15 Jahre mit HIV überlebt – nun finde ich heraus, dass dieses kleine Ding, das so harmlos aussieht, mich schneller umbringen könnte als HIV“, sagt er.

Und einer Studie der National Institutes of Health aus dem Jahr 2011 zufolge ist in den USA die Anzahl der Raucher unter HIV-Positiven höher als unter der Gesamtbevölkerung: Während nach Schätzungen der CDC 17 Prozent der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten rauchen, sind es unter den HIV-Positiven 50 bis 70 Prozent.

Mit dem Rauchen aufzuhören zahlt sich auf jeden Fall aus

Doch es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören: Jene, die in HIV-Behandlung sind und mit 40 aufgehört haben zu rauchen, können durchschnittlich sich etwa fünf Jahre ihrer Lebenserwartung zurückholen, so Reddy.

Für Newman ein guter Grund, die Gefahren des Rauchens unter HIV-Positiven stärker zu thematisieren: „Es gibt so viele medizinische Fortschritte, um das Leben mit HIV zu erhalten – und zwar in einer guten Qualität. Rauchen muss zu einem Teil dieser Diskussion werden“, ist er überzeugt.