Bisexuelle unglücklicher als Homo- und Heterosexuelle

Zwischen allen stühlen: Beunruhigendes Ergebnis einer britischen Studie

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Bisexuelle Briten sind unglücklicher und haben mehr Ängste als Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen. Das geht aus einer aktuellen Statistik des britischen Statistikamtes ONS hervor. Dort hat man zum ersten Mal das persönliche Wohlbefinden verschiedener sexueller Minderheiten untersucht.

Bisexuelle sind mit ihrem Leben unzufriedener als alle anderen befragten Gruppen

Demnach sind Bisexuelle mit ihrem Leben deutlich unzufriedener und fühlen sich weniger wert als die befragten Schwulen, Lesben und Heterosexuellen. Fast ein Drittel der Bisexuellen leidet unter Ängsten, der höchste Wert aller befragten Gruppen. Zum Vergleich: Bei Heterosexuellen war dieser Wert erwartungsgemäß mit weniger als einem Fünftel am niedrigsten. Auch bei den Fragen, ob sie glücklich seien, antworteten Bisexuelle am seltensten positiv.

Ob es um die Zufriedenheit mit dem Leben, den eigenen Selbstwert, Glück oder Angst geht – bei allen sexuellen Orientierungen waren die Werte signifikant schlechter als bei der heterosexuellen Vergleichsgruppe. Als Gründe für die Unzufriedenheit von Lesben, Schwulen und Bisexuellen vermutet das ONS unter anderem „gesundheitliche Probleme, Diskriminierung im Zugang zu Dienstleistungen und am Arbeitsplatz“.

Wohlbefinden nicht nur von der sexuellen Orientierung abhängig

Die Statistikbehörde macht aber klar, dass das geringere Wohlbefinden nicht nur an der sexuellen Orientierung liegen könnte: „Die Veröffentlichung ‚Sexuelle Identität in Großbritannien 2015‘ hat gezeigt, dass man sich eher öffentlich als lesbisch, schwul oder bisexuell identifiziert, wenn man in London lebt, und andere Untersuchungen haben gezeigt, dass das persönliche Wohlbefinden in London prinzipiell geringer ist.“

Es ist das erste Mal, dass das britische Statistikamt Fragen nach dem persönlichen Wohlbefinden derart aufgeschlüsselt hat. „Diese Analyse bietet einen ersten Blick auf das persönliche Wohlbefinden und die sexuelle Identität, wir hoffen, künftig auf dieser Arbeit aufbauen zu können“, so das ONS.

Für die Umfrage hat das ONS zwischen Jänner 2013 und Dezember 2015 insgesamt 300.000 Personen über 16 Jahren befragt.