Berlin: Friseur im Geschäft homophob beleidigt und geschlagen

Weil er einen Mann zur Rede stellte, der Gratisproben mitgenommen hat

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

Einen auf den ersten Blick bizarren Fall von schwulenfeindlicher Gewalt hat es am Dienstag im Berliner Stadtteil Friedrichshain gegeben: Ein Unbekannter beleidigte den Angestellten eines Friseursalons und verletzte ihn.

Unbekannter wurde wegen Gratisproben handgreiflich

Der Vorfall ereignete sich gegen 14.40 Uhr in einem Friseursalon in der Frankfurter Allee: Der Unbekannte betrat das Geschäft und nahm sich wortlos Gratisproben. Nachdem ihn der 50 Jahre alte Mitarbeiter darauf ansprach, beleidigte ihn der Mann zunächst schwulenfeindlich. Dann schlug er ihn in den Nacken und flüchtete.

Gegenüber der Polizei klagte der Mitarbeiter des Friseursalons über Nackenschmerzen. Diese wolle er gegebenenfalls selbst behandeln, sagte er den ermittelnden Beamten. Nähere Angaben über den Täter gibt es nicht.

Immer mehr Alltagsgewalt gegen Lesben und Schwule in Berlin

Homophobe Übergriffe in Berlin häufen sich in den letzten Monaten: So gab es allein im Mai zehn Straftaten gegen Schwule und Lesben. Darunter war die Beleidigung eines lesbischen Paares, das am Prenzlauer Berg in einem Café saß, genauso wie die Attacke einer arabischen Familie gegen einen schwulen Syrer im Bezirk Neukölln.

Die Berliner Polizei ist auch die einzige Polizei einer deutschen Großstadt, die in ihren Pressemitteilungen Informationen über homo- oder transphobe Straftaten veröffentlicht und den Hintergrund zu diesen Taten explizit erwähnt.