Donald Trump streicht den „LGBT Pride Month“

Über die Gründe dafür verweigert das Weiße Haus jeden Kommentar

Donald Trump mit Regenbogenflagge
Archivbild - Colorado Log Cabin Republicans

Am Beginn jeden Monats proklamiert ein US-Präsident, wem dieser Monat gewidmet sein soll. So hat auch Donald Trump den Juni zum nationalen Monat des Wohneigentums und der afro-amerikanischen Musik erklärt. Auch ist er in den USA der Monat des Ozeans – was etwas seltsam anmutet, nachdem der US-Präsident just am Beginn dieses Monats das Klimaschutzabkommen von Paris aufgekündigt hat. Eines ist der Juni 2017 auf jeden Fall nicht mehr: Offizieller „LGBT Pride Month“.

Bill Clinton erklärte den Juni 1999 erstmals zum „LGBT Pride Month“

Mit dieser Tradition begonnen hat Bill Clinton im Jahr 1999. „Die Vielfalt Amerikas ist unsere größte Stärke. Wir sind zwar schon weit gekommen, wenn es um Toleranz, Verständnis und gegenseitigen Respekt geht, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns, bis Diskriminierung Geschichte ist“, so der Präsident damals. Im Jahr darauf bestimmte er den Juni erneut zum Pride-Monat, dann war unter George W. Bush zunächst acht Jahre Schluss mit dieser Anerkennung für die Community.

Erst unter Barack Obama wurde der Juni im Jahr 2009 als offizieller „LGBT Pride Month“ wiederbelebt. Diese Proklamation soll an die „Stonewall Riots“ erinnern, den Beginn der modernen LGBT-Bewegung. Unter Obamas Präsidentschaft wurde dieser Monat jedes Jahr groß gefeiert. Es gab Empfänge im Weißen Haus, und der Präsident versicherte der Community seine Unterstützung. Doch damit ist jetzt Schluss.

Weißes Haus schweigt – nur Ivanka Trump schreibt zwei Tweets

In der offiziellen Liste des Weißen Hauses, was im Juni alles gefeiert werden solle, fehlt dieser „LGBT Pride Month“. Presseanfragen, warum die Verkündigung in diesem Jahr ausfällt, wurden vom Weißen Haus nicht beantwortet. US-Medien beschreiben „die Stille des Weißen Hauses in dieser Sache als ohrenbetäubend laut”. Lediglich Ivanka Trump, Tochter und enge Beraterin ihres Vaters, grüßte die Community über Twitter.

Sie logge sich nach dem jüdischen Fest Schawout wieder ein und „wünscht jedem einen schönen #Pride2017. Dieses Monat feiern und ehren wir die #LGBTQ-Community“, schrieb Ivanka Trump. In einem zweiten Tweet erklärte die Präsidententochter, stolz auf ihre Freunde aus der LGBTQ-Community und auf alle LGBTQ-Amerikaner zu sein, die einen „enormen Beitrag für unsere Gesellschaft und Wirtschaft“ geleistet hätten.

Lage für LGBT in den USA verschlechtert sich unter Trump schrittweise

Doch damit dürfte sie im engsten Führungszirkel der Vereinigten Staaten recht alleine sein. Denn in den letzten Monaten gab es unter Präsident Trump massive Verschlechterungen für die LGBT-Community. So wurden unter anderem Antidiskriminierungsgesetze zurückgenommen oder Diskriminierungen mit religiösen Begründungen erlaubt. Die Abschaffung von ‚Obamacare‘ könnte zusätzlich massive Nachteile für HIV-Positive und ihre Behandlung haben.

Dem entsprechend fällt auch die Bilanz von Nancy Pelosi, Demokratische Minderheitenführerin im Repräsentantenhaus, über die LGBT-Politik von Präsident Donald Trump vernichtend aus. „Lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Amerikaner sind durch das Weiße Haus und die Republikaner im Repräsentantenhaus ständigen Angriffen ausgesetzt. Sie reduzieren HIV-Prävention und Behandlungs-Initiativen, höhlen den Schutz für Transgender-Kinder in Schulen aus und sorgen dafür, dass in der nächsten Volkszählung auch LGBT unsichtbar bleiben. Diese hasserfüllten und diskriminierenden Attacken entehren die heiligsten Ideale unserer Nation von Freiheit“, schreibt sie in einer Pressemitteilung.