London-Attentäter folgte Prediger, der Schwule steinigen möchte

"Wenn es mindestens vier Augenzeugen gibt", so der Anführer der Extremisten-Gruppe „Al Muhajiroun“

Khuram Butt
Metropolitan Police

Einer jener Männer, der am Samstag einen Terroranschlag auf der London Bridge begangen hat, wurde von einem islamistischen Prediger radikalisiert, der Lesben und Schwule steinigen will. Das berichtet die britische Webseite „PinkNews“.

Bei dem Anschlag sind drei Männer am Samstagabend mit einem Lieferwagen über die London Bridge in die Menschenmenge gefahren und haben anschließend Passanten im nahegelegenen Borough Market mit Messern attackiert. Laut Polizei trugen sie dabei Sprengstoffattrappen am Körper. Dabei wurden sieben Menschen getötet und 48 verletzt. Die Polizei hat alle drei Terroristen erschossen, acht Minuten nach dem ersten abgesetzten Notruf.

Einer der Attentäter gehörte der verbotenen Extremisten-Gruppe „Al Muhajiroun“ an

Mittlerweile hat die Metropolitan Police die Namen von zwei der drei Attentäter veröffentlicht. Einer von ihnen ist der 27-jährige Khuram Shazad Butt. Der gebürtige Pakistani war der Polizei als Mitglied der verbotenen Extremisten-Gruppe „Al Muhajiroun“ bekannt, berichtet der „Guardian“. Deren Führer Anjem Choudary hat mehrmals gefordert, in Großbritannien die Scharia einzuführen und die Terroranschläge vom 11. September öffentlich gepriesen. Er verbüßt derzeit wegen Unterstützung der Terrormiliz „Islamischer Staats“ (IS) eine Haftstrafe.

Bereits im Jahr 2009 hat Choudary, der von Sozialhilfe lebte, dazu aufgerufen, Homosexuelle zu steinigen. Bei einer Pressekonferenz sagte der Prediger: „Wenn ein Mann einen anderen Mann mag, kann das passieren, aber wenn man seinen Gelüsten nachgibt und das bewiesen ist, gibt es eine Strafe, der man folgen muss. Man steinigt nicht zu Tode, wenn es nicht mindestens vier Augenzeigen gibt.“ Der ehemalige Rechtsanwalt sagte bei dieser Gelegenheit auch, „einige Menschen fühlen sich von Eseln angezogen, aber das heißt nicht, dass es richtig ist“. Choudary steht auch in Verbindung mit der Rekrutierung mehr als 100 britischer Terrorverdächtiger.

Khuram Butt war im Fernsehen als „Dschihadist von nebenan“ bekannt

Und auch sonst war Khuram Butt kein Unbekannter für die britischen Behörden – und auch die Öffentlichkeit: Im letzten Jahr war er in der TV-Dokumentation „The Jihadis Next Door“ zu sehen. Dabei war zu sehen, wie er mit anderen Männern von der Polizei kontrolliert wurde, nachdem er vor einer Flagge des IS gebetet hatte. In der Dokumentation war auch zu sehen, wie ein anderer extremistischer Prediger, Abu Haleema, forderte, Homosexuelle von hohen Gebäuden zu stürzen.

Die Polizei hat mittlerweile bestätigt, dass Butt bereits seit 2015 den Behörden bekannt war, die Geheimdienste aber keine Information hatten, dass er einen Anschlag plane. Wie der „Guardian“ weiter berichtet, sei der 27-Jährige wegen seiner extremistischen Ansichten in mehreren Moscheen negativ aufgefallen und sogar der Gemeinde verwiesen worden, weil er Mitglieder aufforderte, nicht an den Wahlen teilzunehmen.