Nach Wahlsieg: Malta wird Ehe für Lesben und Schwule öffnen

Sozialdemokraten steigen aufs Gas: Ehe-Öffnung noch vor der Sommerpause

Flagge von Malta
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Malta wird die Ehe in den nächsten Wochen für Lesben und Schwule öffnen. Das hat Premierminister Joseph Muscat nach dem überwältigenden Wahlsieg seiner sozialdemokratischen „Parti Laburista“ (PL) am Sonntag angekündigt.

Die Parlamentswahlen waren nötig geworden, nachdem ein Korruptionsskandal im Umfeld des „Panama Papers“-Skandal seine Regierung erschüttert hatte. Und sie waren eine Bestätigung des Regierungskurses auf ganzer Linie: Die Sozialdemokraten erreichten mit 55 Prozent der Stimmen eine absolute Mehrheit. Ein historischer Erfolg: Noch nie hatte eine regierende Partei in dem kleinsten EU-Land ein so gutes Wahlergebnis erreicht.

Unter Joseph Muscat wurde die Insel zum Vorreiter bei LGBT-Rechten

Bestätigt wurde damit auch der LGBT-freundliche Kurs der Mittelmeerinsel. Unter Muscat wurde Malta zu einem Vorreiter, wenn es um die Rechte sexueller Minderheiten geht: Seit 2014 gibt es eine Eingetragene Partnerschaft mit eheähnlichen Rechten, inklusive Adoption. Auch hat Malta vor gut einem halben Jahr „Homo-Heilungen“ verboten. Weiters hat der Inselstaat eines der fortschrittlichsten Gesetze der Welt, wenn es um Trans- oder Intersexualität geht. Auch kümmert sich Malta seit einigen Jahren verstärkt um schwule und lesbische Touristen.

Malta
Malta Tourism Authority

Doch das reicht dem Sozialdemokraten nicht: Noch vor der Sommerpause möchte der Premierminister mit seiner Parlamentsmehrheit das Eherecht anpassen und so die Ehe für schwule und lesbische Paare öffnen. Das Gesetz soll das erste sein, das nach der Wahl vom neuen Parlament verabschiedet wird.

Malta möchte auch für LGBT-Rechte im Commonwealth kämpfen

Und Muscat möchte nicht nur in seinem Land die Situation sexueller Minderheiten verbessern: Als ehemalige britische Kolonie ist Malta auch Mitglied im Commonwealth. In dessen meisten anderen Ländern sind die britischen Gesetze gegen Homosexualität noch in Haft oder wurden in den letzten Jahren verschärft. Und das stört Joseph Muscat.

„Ich möchte kurz über den Respekt für die LGBTI-Community sprechen. Oder vielmehr darüber, dass er oft fehlt. Die vielen Länder, in denen es an Gleichstellung mangelt, sind ein dunkler Fleck auf der Karte des Commonwealth. Menschen, die nicht an die Rechte anderer Menschen glauben, schaffen eine Situation, in der es extreme politische Positionen bei vielen Menschen leichter haben“, so der maltesische Regierungschef.