Mittwoch, 24. Juli 2024
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Rausgeworfen und verprügelt: Bundesrätin empfängt Volksgarten-Opfer

Ewa Dziedzic möchte, dass Hassverbrechen gegen LGBT künftig statistisch erfasst werden

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Am Abend der Regenbogenparade wurde ein schwules Paar wegen eines Kusses aus einer Wiener Innenstadt-Disco geworfen. Für Bundesrätin Ewa Dziedzic, Bundessprecherin der Grünen Andersrum sowie Sprecherin für LGBTI-Angelegenheiten der Grünen, kein Einzelfall – sie fordert nun von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen gegen Hassverbrechen.

Der 20 Jahre alte Max und sein ein Jahr jüngerer Freund Hayden wollte nach der Regenbogenparade noch in der Säulenhalle, die zur Disco Volksgarten gehört, feiern. Als sie sich auf der Tanzfläche küssten, wurden sie von Securities ermahnt und schließlich aus dem Lokal geworfen. Vor dem Lokal ist dann einer der beiden Burschen von Unbekannten bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt worden.

„Jeder Mensch soll sich im öffentlichen Raum frei bewegen können – ohne Angst, angegriffen zu werden“

Dziedzic hat sich gestern im Parlament mit Max zu einem Meinungsaustausch getroffen. „Jeder Mensch, egal welcher Herkunft oder Sexualität, sollte keine Scheu haben, sich im öffentlichen Raum frei zu bewegen – ohne Angst angegriffen zu werden“, so der 20-Jährige. Das bestätigt auch Dziedic: „Es muss für uns größte Priorität haben, dass sich Minderheiten in der Öffentlichkeit nicht verstecken müssen. Unsere Gesellschaft muss vielfältig sein dürfen und soll sich vor Übergriffen sicher fühlen.“

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Max betonte in diesem Zusammenhang die Hilfsbereitschaft von Polizei und Wiener Rettung. Von den positiven Rückmeldungen in den Sozialen Medien waren Max und Hayden überrascht. „Es war uns wichtig, nicht zu schweigen“, sagen sie.

Künftig soll bei Hassverbrechen das Motiv erfasst werden, fordern die Grünen

Für Max braucht es gerade jetzt starke Zeichen und Zusammenhalt. Die Politik sei gefordert, konkrete Maßnahmen gegen Hassverbrechen gegenüber Minderheiten zu setzen. Eine Meinung, die auch Dziedzic teilt: „Dieser Vorfall ist leider kein Einzelfall. Immer öfter hören und lesen wir von Übergriffen im öffentlichen Raum, die sich gegen Minderheiten richten. Lesben, Schwule, Trans,- oder intergeschlechtliche Personen sind besonders im Visier. Besonders vulnerable Gruppen brauchen besonderen Schutz“, so die Bundesrätin.

Gemeinsam mit Vertretern der Community fordern die Grünen Andersrum, dass die Behörden bei derartigen Übergriffen das Motiv erfassen – es also künftig eine Statistik gibt, wie viele homo- oder transphobe Verbrechen es in Österreich gibt. Weiters brauche es sensibilisierte Kontaktpersonen bei der Polizei. „In den Bundesländern muss es entsprechende Schulungen für die Opferschutzbeauftragten bei der Polizei geben“, so die Grüne Bundesrätin.