Vier Monate nach Brand in Sauna: Tatverdächtiger ermittelt

Bei dem Brand im Februar starben drei Menschen

Bilder der Überwachungskamera des
Polizei Berlin

Mehr als vier Monate nach dem tödlichen Brand in einer Berliner Schwulensauna hat die Polizei jetzt einen 35-Jährigen als Tatverdächtigen ermittelt. Nur einen Tag nach der Veröffentlichung der Bilder aus einer Überwachungskamera konnte jener Mann identifiziert werden, der mit dem Brand im „Steam Works“ am 5. Februar in Verbindung gebracht wird. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Ein gezielter Hinweis führte die Polizei zu dem Mann

Wie die Polizei mitteilte, führte ein gezielter Hinweis zu dem Mann. Am Mittwoch hat die Polizei mehrere Bilder veröffentlicht, die das Gesicht des Tatverdächtigen sowie sein auffälliges Rückentattoo zeigen. Er befindet sich derzeit wegen eines anderen Deliktes im Offenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt Heiligensee.

Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtet, wird der Mann derzeit verhört. Die Ermittlungen dauern an. Der Mann wird verdächtigt, den Brand in der Berliner Sauna fahrlässig herbeigeführt zu haben. Dabei starben drei Menschen.

Rauch in den Kabinen im Untergeschoß: Starben drei Menschen durch Fahrlässigkeit?

Gäste bemerkten an diesem Abend gegen 22.15 Uhr in der Sauna in der Kurfürstenstraße, dem ehemalige „Apollo Splash Club“, einen Brand im Untergeschoß. Die gesamte Sauna war frisch umgebaut, die Umbauten aber nicht durch das Bezirksamt genehmigt worden. Die Flammen kamen bisherigen Ermittlungen zufolge aus einer Kabine. Schnell füllte sich der Kabinenbereich mit Rauch, der nicht abziehen konnte.

Rund 30 Besucher der „Steam Works“-Sauna konnten sich noch rechtzeitig ins Freie retten. Für drei Besucher kam jede Hilfe zu spät, ein weiterer wurde mit der Rettung ins Krankenhaus eingeliefert. Die Feuerwehr vermutete, dass wenige Atemzüge gereicht haben, um das Bewusstsein zu verlieren. Die Sauna war fast 40 Jahre in Betrieb.