Weniger schwule und lesbische Paare lassen sich scheiden

Weiblich, einvernehmlich und zwischen 30 und 49 Jahren: Statistik über die Auflösung Eingetragener Partnerschaften veröffentlicht

Eheringe
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Bis dass der Tod euch scheidet – für 66 Eingetragene Partnerschaften galt diese Formel nicht: Sie haben ihre Beziehung im letzten Jahr wieder gerichtlich auflösen lassen. Das geht aus aktuellen Zahlen der Statistik Austria hervor.

Fast alle Auflösungen geschehen einvernehmlich

Insgesamt erfolgten 93,9 Prozent der gerichtlichen Auflösungen Eingetragener Partnerschaften im letzten Jahr einvernehmlich. Knapp mehr als die Hälfte der Paare, nämlich 51,5 Prozent, war weiblich. Zwei Drittel der Ex-Partner waren 30 bis 49 Jahre alt. In 11,4 Prozent der aufgelösten Partnerschaften waren die Betroffenen jeweils mindestens einmal davor verheiratet, in 4,5 Prozent der Fälle wurde bereits die zweite eingetragene Partnerschaft aufgelöst.

Die meisten Auflösungen gab es erwartungsgemäß in Wien: Hier haben 30 schwule und lesbische Paare ihre amtlich eingetragene Beziehung wieder beendet. Platz zwei übernahm letztes Jahr Niederösterreich mit 12 Auflösungen, während es 2015 die Steiermark mit 11 Auflösungen war. Dort wurden 2016 aber nur vier Eingetragene Partnerschaften beendet. Keine einzige Auflösung gab es in Vorarlberg.

Mehr Ja-Worte und weniger Trennungen

Prinzipiell spiegelt sich aber auch für schwule und lesbische Paare ein Trend wieder, den es auch bei heterosexuellen Ehepaaren gibt: Es wird mehr geheiratet und weniger geschieden. So wurden im letzten Jahr um 4,3% weniger Eingetragene Partnerschaften aufgelöst als 2015. Bei der Begründung der Eingetragenen Partnerschaften stieg die Zahl von 423 im Jahr 2015 auf 477 im Vorjahr.

Folgen schwule und lesbische Paare auch bei der Durchschnittsdauer der Ehe dem Beispiel heterosexueller Paare, würde die große Scheidungswelle bei Eingetragenen Paaren noch einige Jahre auf sich warten lassen: Denn Ehepaare waren im Schnitt 10,9 Jahre verheiratet, bevor sie sich scheiden ließen. Nachdem die Eingetragene Partnerschaft in Österreich erst 2010 eingeführt wurde, würde der Auflösungsboom dann erst ab 2021 eintreten.