Mehr Escorts mit Migrationshintergrund in Nordrhein-Westfalen

HIV-Präventation und Information über Rechte und Pflichten wird schwerer

Schwuler Sex
Corbin Fisher

In Nordrhein-Westfalen ist der Anteil von männlichen Escorts mit Migrationshintergrund deutlich gestiegen. Das berichtet das Online-Protal „queer.de“ unter Berufung auf eine Studie der Aidshilfe NRW. Dadurch werde vor allem die HIV-Prävention schwieriger, warnen die Autoren.

Escorts sind immer öfter im Internet – das erschwert die HIV-Prävention

Für die Studie wurde die Lebenslage von Sexarbeitern in Dortmund, Essen, Düsseldorf und Köln genauer betrachtet. Einer der Schlüsse: Auch diese Szene verlagert sich von der realen Welt ins Netz. „Männliche Escorts sind an schwulen Szeneorten oder an öffentlichen Plätzen immer weniger anzutreffen, vielmehr verlagern sich ihre Anbahnungsaktivitäten fast vollständig in die einschlägigen Internetportale“, erklärt Peter Struck, stellvertretender Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW.

Dadurch werde die HIV-Prävention bei diesen Gruppen schwieriger. Vor allem bei Escorts, die nicht aus der EU kommen, gebe es große Wissenslücken, wie HIV übertragen wird und wie man eine Ansteckung verhindern könne. Auch über ihre Rechte und Pflichten wissen viele Escorts nicht Bescheid.

Besonders bei Sexarbeitern mit Migrationshintergrund, die in ärmlichen Verhältnissen leben, sei das Risiko höher, sich mit HIV oder einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit anzustecken: Viele Escorts dieser Gruppe seien eigentlich heterosexuell und verfügen über keine Krankenversicherung. Darauf müsse sich die Politik einstellen, fordert Struck.

Prostituiertengesetz: Meldepflicht und Kondomzwang für Aidshilfe kontraproduktiv

Die Aidshilfe NRW nutzte die Präsentation der Studie auch, um erneut das neue vom Bundestag verabschiedete Prostituiertengesetz zu kritisieren: Kondom- und Meldepflichten würden Sexarbeiter in den Untergrund drängen, so eine Befürchtung.

An der Befragung beteiligten sich 125 Escorts, 15 von ihnen gaben außerdem Interviews. Die Studie wurde von dem Projekt „Neonlicht“ der Aids-Hilfe Dortmund, von der Aids-Hilfe Düsseldorf, vom Projekt „Nachtfalke“ der Aids-Hilfe Essen und dem Kölner Stricherprojekt „Looks e.V.“ mit der SPI-Forschung aus Berlin koordiniert.