Auch Mehrheit der FP-Wähler für Ehe-Öffnung, jeder fünfte Grüne dagegen

Umfrage der Tageszeitung "Österreich" zeigt: Bevölkerung weiter als das Parlament

Symbolbild: Mädchen beim Händchenhalten
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Die Mehrheit der Österreicher ist dafür, die Ehe für schwule und lesbische Paare zu öffnen. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der Tageszeitung „Österreich“ hervor. Auffallend: Auch unter Anhängern von ÖVP und FPÖ ist eine Mehrheit für eine Ehe-Öffnung. Diese Parteien haben zuletzt im Nationalrat dagegen gestimmt.

Höchste Zustimmungsrate bei Frauen, Neos- und Grün-Wählern

Die größte Unterstützung für die Öffnung der Ehe gibt es der Umfrage gemäß bei Frauen mit 68 Prozent, Neos-Wählern mit 79 Prozent und Befragten unter 30 Jahren mit 77 Prozent. Doch auch bei den Männern und Befragten über 50 gibt es noch eine absolute Mehrheit für die Ehe-Öffnung.

Nach Parteipräferenz aufgeschlüsselt zeigt die Umfrage einige überraschende Details. Erwartungsgemäß sind bei den Grünen 73 Prozent der Anhänger für die Ehe-Öffnung, bei den Neos sind es sogar 79 Prozent. Auffallend: Gegen die Ehe-Öffnung sind bei den Grünen, die mit Ulrike Lunacek mit einer offen lesbischen Spitzenkandidatin in die Nationalratswahl gehen, 20 Prozent ihrer Anhänger.

Sieben von zehn SPÖ-Wählern für Ehe-Öffnung, auch absolute Mehrheit bei ÖVP

Auch bei der SPÖ, die viele ältere und konservative Wähler hat, steht die Öffnung der Ehe außer Diskussion: 71 Prozent sind der Umfrage zufolge dafür, nur 16 Prozent dagegen. Überraschend sind hingegen die Ergebnisse bei ÖVP- und FPÖ-Wähler. Denn auch diese sind mehrheitlich dafür, schwulen und lesbischen Paaren die Ehe zu öffnen.

So gibt es auch unter Anhängern der ÖVP, die bei der Umfrage als „Liste Kurz“ formiert, mit 56 Prozent eine klare absolute Mehrheit für die Öffnung der Ehe. Mit 34 Prozent Gegnern ist dieser Wert aber auch mehr als doppelt so hoch wie bei den Sozialdemokraten.

Relative Mehrheit der FPÖ-Wähler unterstützt „Ehe für alle“

Doch auch FPÖ-Anhänger sind mehrheitlich dafür, die Ehe zu öffnen. 46 Prozent sagen Ja, 34 Prozent Nein. Mit 17 Prozent ist der Anteil der Unentschlossenen hier auffallend hoch.

Für die Umfrage, die das Institut „Research Affairs“ durchgeführt hat, wurden von 4.-6. Juli 600 Personen befragt.