Homophobes Schild auf Firmen-Transporter beschäftigt Staatsschutz

„Schwule sind krank, die Po-litik ist für den Arsch“ sorgt für Ermittlungen der Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen

„Schwule sind krank, die Po-litik ist für den Arsch“
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Ein homophobes Schild auf dem Wagen einer Firma aus Paderborn hat nun den Staatsschutz am LKA Nordrhein-Westfalen auf den Plan gerufen. Das berichtet die „Neue Westfälische“ (NW). Zusätzlich zum schwulenfeindlichen Kommentar gibt es auf dem Auto auch Aufkleber, die dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sind.

„Schwule sind krank, die Po-litik ist für den Arsch“

„Schwule sind krank, die Po-litik ist für den Arsch“: Ein Schild mit diesem Spruch klebte auf der Heckscheibe eines Transporters, der einer 1995 gegründeten Flugzeugservice-Firma gehört. Angebracht hat das Schild Firmenchef Willy A. persönlich. Das bestätigte der 52-Jährige der NW.

„Ich habe mich maßlos über das Gesetz ‚Ehe für Alle‘ geärgert und übertrieben“, erklärte er. Zuvor hatte er noch bestritten, das Plakat aufgeklebt zu haben. Für ihn sei der Inhalt nicht beleidigend. „Wenn zu mir jemand sagt: Willy, du bist krank, kann ich darüber auch lachen“, erklärt er. Nicht die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule, sondern die „fehlende Grenzziehung des Begriffes“ hätten ihn geärgert, erklärte er weiter – gestand aber ein, nicht die richtigen Worte verwendet zu haben.

Staatsschutz hält Entschuldigung des Firmenchefs für nicht besonders glaubhaft

Eine Entschuldigung, die für die Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen wohl nicht besonders glaubhaft ist: Der Polizeiliche Staatsschutz in Bielefeld hat bereits Ermittlungen wegen des Verdachts auf Volksverhetzung aufgenommen. Der Fall wurde der Staatsanwaltschaft zur rechtlichen Prüfung vorgelegt.

Doch nicht nur das Plakat auf der Heckscheibe des Firmenwagens erregte die Aufmerksamkeit von Passanten. Denn auf dem Wagen sind auch zwei Aufkleber: Der Schriftzug „Odin statt Allah“ und eine „schwarze Sonne“. Der nordische Gott Odin wurde im Nationalsozialismus glorifiziert, der Spruch ist unter Rechtsextremen beliebt. Die „schwarze Sonne“ wird wiederum von der deutschen Bundeszentrale für politische Bildung als „Kunstsymbol der SS“ bezeichnet, das sich in der rechten Szene „hoher Popularität“ erfreue.

Auch andere rechtsextreme Symbole auf dem Firmenwagen?

Doch damit will Willy A. nichts zu tun haben. „Das sind germanische Zeichen, die bereits 6.000 Jahre vor Christus existierten“, erklärte er der „Neues Westfälischen“. „Man versucht, mich in die rechte Ecke zu drängen. Ich distanziere mich von rechtem Gedankengut, lasse mir aber nicht nehmen meine Meinung zu sagen, oder zu glauben, woran ich glauben möchte“, sieht er sich als Opfer. Mittlerweile habe er sowohl den homophoben Spruch als auch die Aufkleber entfernt.

Denn für A. und seine Firma könnte der Spruch auch wirtschaftliche Konsequenzen haben: Der Flughafen Paderborn, bei dem die Flugzeugservice-Firma als Mieter beherbergt wird, hat sich von der „auf dem Fahrzeug erkennbar gemachten Haltung“ ausdrücklich distanziert.