HIV: Wissenslücken in der Community werden größer

Drei von vier Lesben und Schwulen wissen nicht, wann HIV-Positive den Virus nicht mehr weitergeben können

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Grafik: GGG.at

Mit Hilfe von modernen Medikamenten können viele HIV-Positive, die in Therapie sind, heute den Virus nicht mehr an andere Menschen weitergeben. Das hat unter anderem die PARTNER-Studie belegt, die letztes Jahr veröffentlicht wurde. Dieser Erfolg ist ein wichtiger Schritt, um das Stigma, dem diese Menschen ausgesetzt sind, zu beenden.

Nur 9 % der Heterosexuellen wissen, dass HIV-Positive ohne nachweisbarer Viruslast nicht ansteckend sind

Doch drei Viertel der Lesben und Schwulen in Großbritannien ist das unbekannt. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Terrence Higgins Trust (THT) hervor. Unter Bisexuellen wissen nur 12 Prozent, dass HIV-Positive mit einer nicht nachweisbaren Viruslast nicht ansteckend sind, bei heterosexuellen Befragten waren es sogar nur neun Prozent.

Für THT geben diese Zahlen Grund zur Sorge: Denn solange eine HIV-Infektion noch immer mit einem Stigma belastet ist, fürchten sich viele Menschen, sich testen zu lassen – und geben den Virus so unbewusst weiter. „Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor diese wichtige Botschaft in der LGBT-Community und dann auch in der Öffentlichkeit allgemein bekannt ist“, meint Michael Brady, medizinischer Direktor des THT.

Ein Drittel der Befragten würde sich nicht wohlfühlen, einem HIV-Positiven Erste Hilfe zu leisten

Doch in anderen Bereichen gibt es zumindest kleine Fortschritte: In einer Umfrage für das Meinungsforschungsinstitut YouGov gaben 32 Prozent aller Befragten an, sie würden sich nicht wohl fühlen, wenn sie einem HIV-Positiven in Behandlung Erste Hilfe leisten müssten. Bei Bisexuellen sinkt dieser Wert allerdings auf 22 Prozent, bei Lesben und Schwulen sogar auf 9 Prozent. Ein Zechen, dass Aufklärung ankommt.

Und während 39 Prozent aller Befragten sich bei einem Date mit einem HIV-Positiven in Behandlung unwohl fühlen würden, sind es bei Bisexuellen 22 Prozent, bei Lesben und Schwulen 14 Prozent.