Star-Fußballer Ronaldinho posiert mit tschetschenischem Staatschef Ramzan Kadyrow

Scharfe Kritik am Besuch des brasilianischen Fußballers in Tschetschenien

Ronaldinho und Ramsan Kaydrow
Ronaldinho/Facebook

Für eine nicht näher bekannte Summe reiste die brasilianische Fußball-Legende Ronaldinho nach Tschetschenien, um dort einem Spiel des örtlichen Fußballvereins beizuwohnen. Und bei der Gelegenheit posierte er auch mit Staatschef Ramzan Kadyrow, der unter anderem für die Verfolgung und Ermordung schwuler Männer in der Kaukasusrepublik mitverantwortlich gemacht wird.

Ronaldinho wirbt für die Mannschaft, die nach Kadyrows Vater Achmat benannt wurde

Eigentlich war es ein schöner PR-Termin für den 37-Jährigen, der derzeit durch mehrere Länder tourt: Brasilianischen Medien zufolge wurde er von Kadyrow persönlich nach Grosny eingeladen, um dort für das Team Achmat Grosny zu werben und einem Spiel des Vereins beizuwohnen. Der Verein wurde nach Ramzan Kadyrows Vater Achmat – einst ebenfalls tschetschenischer Präsident – benannt und spielt in der ersten russischen Liga.

Ronaldinho und Ramsan Kaydrow
Ronaldinho/Facebook

Dem entsprechend lobte Ronaldinho die Reise und veröffentlichte auf verschiedenen sozialen Netzwerken Fotos seines Trips. Eines davon zeigt ihn gemeinsam mit Präsident Kadyrow. Dieser wird für die Verfolgung schwuler Männer in Tschetschenien mitverantwortlich gemacht. Wie die russische Zeitung „Nowaya Gazeta“ Anfang April berichtet hatte, sollen Sicherheitskräfte mehrere hundert schwule Männer verschleppt, in Geheimgefängnissen gefoltert und teilweise auch getötet haben. Die Regierung und Präsident Kadyrow bestreiten die Vorwürfe.

„Schande über dich“, schreiben Ronaldinhos Fans auf Facebook

Und so verwundert es wenig, dass das gemeinsame Foto mit dem autokratisch regierenden Präsidenten auf Facebook nicht so gut ankam. „Schande über dich. Du weißt doch, dass er der Präsident ist, der Schwule misshandeln und töten lässt“, schrieb ein Kommentator. „Nein, Ronnie, was tust du denn?“, fragte ein weiterer User.

Ronaldinho und Magomed Daudow
Ronaldinho/Facebook

Und auch auf einem weiteren Foto macht Ronaldino keine gute Figur: Er hält das Vereinswappen, gemeinsam mit dem tschetschenischen Parlamentssprecher Magomed Daudow. Er war Berichten der „Nowaya Gazeta“ zufolge bei der Folter schwuler Männer nicht nur anwesend, sondern soll diese auch angeordnet haben. Er selbst hatte das dementiert: Er verachte Homosexuelle zwar, tue ihnen aber nichts.

Ronaldinho, der bürgerlich Ronaldo de Assis Moreira heißt und in Brasilien Ronaldinho Gaúcho genannt wird, ist einer der erfolgreichsten Fußballer aller Zeiten: Mit der brasilianischen Nationalmannschaft wurde er 2002 Weltmeister, 2005 gewann er mit dem FC Barcelona die Champions League, zweimal wurde er mit den Katalanen spanischer Meister. 2005 wurde er zu Europas Fußballer des Jahres, 2004 und 2005 zum Weltfußballer des Jahres gewählt. Außer für Barcelona spielte er unter anderem auch für Paris Saint-Germain oder den AC Milan.