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Premier Brnabić: „Ich hatte in Serbien nie ein Problem, weil ich lesbisch bin“

Nimmt im CNN-Interview Stellung zu ihrer sexuellen Orientierung und den Verbindungen zu Russland

Ana Brnabić
CNN

In einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN hat die offen lesbische Premierministerin Serbiens, Ana Brnabić, auch über ihre sexuelle Orientierung gesprochen – und darüber, ob sie in dem Balkanstaat ein Problem sei.

„Serbien ist nicht so konservativ oder homophob“

„Ich war mein ganzes Leben über offen lesbisch und hatte damit in Serbien noch nie ein Problem. Ich würde deshalb glauben, dass Serbien nicht so konservativ, homophob oder fremdenfeindlich ist“, sagte Brnabić der CNN-Journalistin Christiane Amanpour. Sie habe das Gefühl, die Menschen in Serbien würden sie unterstützen.

Doch Ana Brnabić gibt zu, dass es in Serbien noch Luft nach oben gibt: „Sicherlich gibt es noch Menschen, die glauben, ‚das ist nicht okay, das ist nicht Teil unserer Tradition und Teil unserer akzepierten Werte‘, aber ich glaube wirklich, dass das eine Minderheit ist. Eine laute Minderheit, zugegeben, aber eine Minderheit.“

Wurde Ana Brnabić nur Premierministerin, um der EU zu zeigen, wie fortschrittlich Serbien ist?

Die parteilose Brnabić wurde von Aleksandar Vučić zur Regierungschefin bestellt, nachdem der ehemalige Premierminister zum serbischen Präsidenten gewählt wurde. Sie führt eine nationalkonservative Regierung. In Serbien gibt es Stimmen, dass Vučić sie nur bestellt habe, um zu zeigen, dass das Land fortschrittlich genug sei, um der EU beizutreten.

Die ehemalige Unternehmerin sitzt erst seit einem Jahr in der serbischen Regierung. Zunächst war sie Ministerin für Staats- und Lokalverwaltung. Sie gilt als pragmatische Managerin mit Distanz zu parteipolitischen Seilschaften. Ana Brnabić spricht neben Englisch auch Russisch, was für die traditionell engen Beziehungen zu Russland hilfreich ist.

Russland-Kontakte sind „eine wichtige Quelle für unser Wachstum

Diese waren auch ein weiterer Schwerpunkt im CNN-Interview. Dabei blieb Brnabić diplomatisch: Die Regierung sei „weder US- noch Russlandfreundlich. Es ist eine pro-serbische Regierung, die das Leben der serbischen Bürger verbessern will.“ Serbien brauche allerdings neue Arbeitsplätze – „dafür brauchen wir unsere Verbindungen zu Russland“, diese seien „eine wichtige Quelle für unser Wachstum“. Allerdings: „Es ist die EU, wohln wir gehen. Russland ist unser Freund und Wirtschaftspartner.“

Ana Brnabić ist eine von drei offen homosexuellen Regierungschefs weltweit und die einzige Lesbe in dieser Position. Die beiden schwulen Regierungschefs sind der irische Taoiseach Leo Varadkar und der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel.

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