Trump schickt offen schwulen Botschafter nach Deutschland

Richard Grenell: Ein Außenpolitiker, der sich Trump gegenüber loyal verhält

Richard Grenell
Richard Grenell

Deutschland bekommt einen offen schwulen US-Botschafter: Wie ein Vertreter des Weißen Hauses bestätigt hat, soll Präsident Donald Trump den Diplomaten und TV-Kommentator Richard Grenell für den Job ausgewählt haben. Der Posten ist seit dem Abzug von John Emerson im Zuge der Amtsübernahme Trumps seit 20. Jänner vakant.

Soll „Botschaften des Präsidenten den Deutschen vermitteln“

Mit Grenell soll jemand nach Berlin geschickt werden, der Trumps „Botschaften den Deutschen und anderen Europäern vermitteln kann“, berichten US-Medien. Wie die „New York Times“ berichtet, haben sich Trump und Grenell letzte Woche im Weißen Haus getroffen.

Eine offizielle Bestätigung des künftigen Botschafters dazu gab es zwar nicht, aber Grenell hatte nach dem Treffen ein Foto von sich und Trump im Oval Office getwittert. Darunter stand „Danke Mr. President“.

Der 50-Jährige hat bereits diplomatische Erfahrung: Er war von 2001 bis 2008 unter Präsident George W. Bush Sprecher der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, länger als jeder andere. Im Jahr 2012 arbeitete er kurze Zeit für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney, musste aber wegen seiner Homosexualität von diesem Posten zurücktreten. Im Jahr 2000 auch für den republikanischen Senator John McCain.

Richard Grenell ist diplomatisch erfahren und loyal zu Trump

Es ist das erste Mal, dass Trump einen Homosexuellen für einen Posten nominiert hat. Die Nominierung ist keine Überraschung: In den letzten Wochen war Grenell bereits als US-Botschafter bei der UNO oder Gesandter bei der NATO gehandelt worden.

Das lag auch daran, dass Grenell einer der ersten und engsten Unterstützer von Donald Trump ist: Präsident Trump soll vor allem seine Loyalität schätzen. Wie der Präsident ist auch Grenell auf Twitter sehr aktiv – und auch er ist dabei nicht immer diplomatisch. So kritisiert der 50-Jährige besonders oft Medien, wo er sich über die seiner Meinung nach unfaire Berichterstattung über den US-Präsidenten beschwert.

Beliebter Kommentator, besonders bei konservativen Sendern

Derzeit tritt Richard Grenell regelmäßig beim konservativen Fernsehsender Fox News als Kommentator auf. Seine Beiträge erschienen auch im Wall Street Journal, bei Politico, CBS News, CNN oder dem russischen Propagandasender RT. Außerdem führt er eine Beratungsfirma, die sich auf internationale PR-Strategie spezialisiert hat.

Grenell stammt aus einem streng evangelikalen Elternhaus in Michigan. Seit 17 Jahren lebt er offen schwul, seit fast 14 Jahren ist er mit seinem Partner Matt Lashley zusammen. Mit Grenell kommt der hochrangigste LGBT-Vertreter in der konservativen Administration von Trump nach Deutschland.

Seine Nominierung muss noch vom US-Senat bestätigt werden. Da die Republikaner dort über eine Mehrheit verfügen, gilt die Zustimmung aber als sicher.