Trump verbietet Transgender-Personen den Militärdienst

Konservative setzen sich durch: Fadenscheinige Argumente gegen Gleichstellung

Donald Trump
Gage Skidmore/Flickr - CC BY-SA 2.0

US-Präsident Donald Trump will Transgender-Personen den Dienst im US-Militär wieder verbieten. Damit leitet er eine Kehrtwende gegenüber der Regierung seines Vorgängers Barack Obama ein. Transgender seien eine zu große Belastung, so Trump.

Das US-Militär kann mit Transgender-Soldaten nicht gewinnen, glaubt Trump

In drei Tweets machte der den Umschwung öffentlich: „Bitte beachten sie, dass nach Beratung mit meinen Generälen und Militärexperten die US-Regierung weder akzeptieren noch erlauben wird, dass Transgender-Individuen an irgendeiner Stelle des US-Militärs dienen sollen. Unser Militär muss sich auf einen entschiedenen und überwältigenden Sieg konzentrieren und kann sich nicht mit den enormen medizinischen Kosten und der Zerrüttung belasten, die Transgender mit sich bringen. Danke.“, twitterte der Präsident heute.

Welcher „überwältigende Sieg“ durch Transgender-Soldaten gefährdet scheint und wie sie an der „Zerrüttung“ der Armee beteiligt sein sollen, wollte Trump nicht erklären. Allerdings wurde letzteres Argument von konservativen Kreisen auch vorgebracht, als es um die Öffnung des Militärs für schwule und lesbische Soldaten ging. Bewahrheitet hat es sich nicht – und deshalb ist es aus der öffentlichen Debatte wieder verschwunden.

„Enorme Kosten“ wären maximal 0,1 Promille des Armeebudgets

Und auch die „enormen medizinischen Kosten“ scheinen nicht der wahre Grund dafür zu sein, warum Transgender nicht mehr im US-Militär dienen dürfen. Schließlich schätzte im Jahr 2015 eine Studie die Kosten für die Geschlechtsanpassungen von Transgender-Militärangehörigen auf höchstens 5,6 Millionen Dollar – bei einem Jahresbudget von 52 Milliarden.

Hintergrund dieses Vorwurfs ist, dass viele private Krankenversicherungen, in denen die meisten US-Bürger versichert sind, Geschlechtsanpassungen nicht oder nur teilweise bezahlen. Das US-Militär bietet allerdings eine umfassende Krankenversorgung an, die auch alle Kosten der Geschlechtsanpassung finanziert.

Der Verteidigungsminister der Regierung Obama, Ashton Carter, hatte die Armee 2016 für Transgender und Transsexuelle geöffnet, nachdem fünf Jahre zuvor bereits Einschränkungen für Lesben und Schwule abgeschafft wurden. Umgesetzt wurde es aber noch nicht. Damals schätzte des Williams Institute an der University of California, dass bereits 15.500 Transsexuelle trotz des Verbotes im Militär dienten, ihre geschlechtliche Identität aber geheim hielten.