[Video] Neapel: Junger LGBT-Aktivist aus Eifersucht ermordet

Weil der Freund seiner Mitbewohnerin ihnen eine Affäre unterstellte, musste der junge Mann sterben

Vincenzo Ruggiero
privat

In der süditalienischen Küstenstadt Neapel ist ein junger LGBT-Aktivist ermordet worden. Grund dafür dürfte eine Beziehungstat gewesen sein. Die Tat und ihre Umstände haben die italienische Community über Wochen bewegt. Mittlerweile wurde auch seine Leiche gefunden.

Seit 7. Juli war Vinzenzo spurlos verschwunden

Vincenzo Ruggiero und Heven Grimaldi
Facebook

Seit 7. Juli war der 25 Jahre alte Vincenzo Ruggiero spurlos verschwunden. Verzweifelt suchten Freunde und Familienmitglieder nach dem jungen Mann – auch im italienischen Fernsehen: In der Sendung „Chi l’ha visto?“ („Wer hat ihn gesehen?“) der öffentlich-rechtlichen RAI wurde über das Verschwinden des Mannes berichtet. Dabei suchte auch seine transsexuelle Mitbewohnerin, die 26-jährige Heven Grimaldi, nach Vincenzo.

Nun hat ein 35-jähriger Ex-Seemann der Polizei gestanden, Ruggiero ermordet zu haben. Ciro G. hatte eine Beziehung mit Ruggieros Mitbewohnerin. „Ja, ich habe Vicenzo getötet, weil er mit meiner Partnerin eine Beziehung hatte“, gestand er der Polizei nach Informationen der Tageszeitung „La Repubblica“. Der Tod des jungen Mannes soll dabei ein Unfall während eines Kampfes gewesen sein.

„Es gab einen Kampf, während dem Vicente das Gleichgewicht verloren hatte und mit dem Kopf gegen ein spitzes Möbelstück gefallen ist. Dann starb er und ich habe beschlossen, seine persönlichen Sachen und die Leiche loszuwerden“, sagte Ciro G. dem Staatsanwalt. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung, gestern wurde er dem Untersuchungsrichter vorgeführt.

Ehemaliger Seemann gestand die Tat – und log die Polizei an, als es um die Leiche ging

Gestanden hat der mutmaßliche Mörder erst, als die Beweislast gegen ihn erdrückend wurde: Die Polizei hat Videomaterial sichergestellt, auf dem zu sehen ist, dass Ciro G. am Tag des Verschwindens von Ruggiero vor dessen Haus parkt. Er ging in das Haus und kam wenige Stunden später wieder zurück zum Auto – mit mehreren Koffern und einem großen Wäschesack.

Darin war vermutlich die Leiche des 25-Jährigen. Den Kopf und die Gliedmaßen hatte er vom Rumpf getrennt, um den Körper besser entsorgen zu können. Zunächst sagte Ciro G., dass er die Leiche ins Meer geworfen habe. Außerdem hatte er mehrere Gegenstände von Ruggiero mitgenommen, damit es den Anschein hatte, dass der junge Mann das Weite gesucht habe. Doch daran hatte die Polizei nach einer ersten Rekonstruktion ernste Zweifel – und das zurecht.

Die sterblichen Überreste von Vincenzo wurden verscharrt und mit Zement zugedeckt

Denn die sterblichen Überreste von Vincenzo versteckte Ciro G. bei einer Garage im Bezirk Ponticelli, berichtet der „Corriere della Sera“. Dort hat er die Leiche zunächst vergraben und dann das Grab mit Zement abgedichtet. Doch nach wenigen Tagen entwickelt sich in dem Lock ein ekelerregender Gestank, der die Anrainer auf den Plan rief und die Polizei auf die richtige Spur brachte – zumal der mutmaßliche Täter in der Nähe mindestens eine Nacht lang geparkt hat.

Der Grund für den Mord soll von der Bluttat nichts gewusst haben. Auf Facebook zeigte sich Heven Grimaldi geschockt darüber, dass ihr Freund ihren Mitbewohner umgebracht haben soll. Gleichzeitig wehrte sie sich gegen „gemeine und unfaire Beschuldigungen“, dass sie für die Tat verantwortlich sein soll. Sie habe sich nie vorstellen können, dass ihr Partner Ruggiero umgebracht haben könnte, so Grimaldi. Dass die Transfrau und der Schwulenaktivist gar kein Verhältnis miteinander hatten, ist nur ein weiteres tragisches Kapitel in dieser Geschichte.