Weiter Kritik an Trump wegen Transgender-Verbot im Militär

Doch der US-Präsident ist sich sicher: "Ich tue vielen Leuten einen Gefallen"

Donald Trump mit Regenbogenflagge
Archivbild - Colorado Log Cabin Republicans

Sowohl Militärangehörige als auch eigene Parteifreunde kritisierten US-Präsident Donald Trump scharf, weil er keine Transgender-Soldaten in den Streitkräften der Vereinigten Staaten möchte. Doch er selbst scheint auch gegen diese Kritik immun zu sein – und behauptet nun, dem Militär mit dem Verbot einen Gefallen zu tun.

Trump kündigte ohne interne Abstimmung das Trans-Verbot an

Über sein liebstes Kommunikationsmedium Twitter ließ Trump Ende Juli vollkommen überraschend verlautbaren, dass Transgender-Personen künftig nicht mehr in der US-Armee dienen dürften. Die Armee müsse sich darauf konzentrieren zu gewinnen und dürfe nicht durch gewaltige Gesundheitskosten oder durch Unruhe, ausgelöst von Transgender-Personen, belastet werden, schrieb er.

Mit dem eigenen Militär scheint dieser Vorstoß nicht abgestimmt gewesen zu sein. Verteidigungsminister James Matthis war gerade im Urlaub, und Generalstabschef Joseph Dunford schrieb einen Tag nach Trumps Tweet, dass die bisherige Praxis bestehen bleibe, bis Mattis eine offizielle Anweisung des Präsidenten erhalte. Und das ist bis jetzt nicht geschehen.

Und auch innerhalb der Republikaner sorgte die überraschende Ankündigung von Donald Trump für Verwunderung. „Es gibt keinen Grund, Armeeangehörige, die kämpfen, trainieren und eingesetzt werden können, dazu zu drängen, das Militär zu verlassen – ungeachtet ihrer Geschlechtsidentität“, sagte der mächtige Senator John McCain. Für ihn war der Vorstoß ein „weiteres Beispiel, warum wichtige politische Entscheidungen nicht auf Twitter verlautbart werden sollten“.

Trump ist überzeugt, „vielen Leuten einen Gefallen“ zu tun: „Die Sache ist für das Militär sehr kompliziert“

Doch das scheint Donald Trump kalt zu lassen. Am Freitag hat er bei einer Pressekonferenz auf einem seiner Golfplätze in Bedminster im US-Bundesstaat New Jersey das Verbot für Transgender im US-Militär verteidigt. „Es war eine sehr schwierige Situation und ich denke, ich tue vielen Leuten einen Gefallen, indem ich es einfach sage. Wie Sie wissen, war die Sache für das Militär sehr kompliziert. Es war ein sehr verwirrendes Thema für das Militär, und ich denke, ich tue dem Militär einen großen Gefallen“, begründet der 71-Jährige in seinen eigenen schlichten Worten seine Entscheidung.

Ob die Gerichte dieser Begründung folgen werden, wird die Zeit zeigen: So haben fünf Trans-Frauen, die im US-Militär dienen, angekündigt, gegen die Entscheidung Trumps klagen zu wollen. Sie halten sie für verfassungswidrig. Auch die LGBT-Organisationen „Lambda Legal“ und die Bürgerrechtsorganisation ACLU haben angekündigt, vor Gericht zu ziehen, wenn Trump das Verbot tatsächlich umsetzt.