Mit zwölf Stichen im Gesicht genäht: Schwulenfeindlicher Angriff auf Mann

Mutmaßliche Täterin soll schon früher gegen das Opfer ausfällig geworden sein

Patricio Díaz Bravo
privat

In Chile wurde ein schwuler Mann wegen seiner sexuellen Orientierung brutal angegriffen und im Gesicht entstellt. Im Krankenhaus musste er im Gesicht mit 15 Stichen genäht werden. Das berichtet die chilenische LGBT-Organisation Movilh.

Der Angriff ereignete sich in Puerto Natales im Süden des Landes: Patricio Díaz Bravo war gemütlich in einer Bar, als die Angreiferin mit weiteren Freunden ebenfalls das Lokal betrat.

Zuerst beschimpft und dann tätlich angegriffen

Bei den Toiletten beschimpfte sie den Mann zuerst schwulenfeindlich – so wie sie es nach Informationen von Movilh schon seit zwei Jahren immer wieder gemacht hat. Sie soll ihn unter anderem „colipato“ und „maricón“ genannt haben, das sind umgangssprachliche Beschimpfungen für homosexuelle Männer.

Als Díaz Bravo die Frau aufforderte, damit aufzuhören, schlug sie ihn und warf ihm vollkommen überraschend ein Glas ins Gesicht, das dort zerbrach. „Ich rannte aus dem Lokal“, erinnert sich Díaz Bravo an den Moment, als er merkte, dass Blut über sein Gesicht floss. „Ich konnte nicht viel mehr machen, weil das Blut über mein Gesicht geflossen ist und ich schnell eine Lösung finden musste.“

LGBT-Organisation will für rechtliche und psychologische Unterstützung sorgen

Patricio Díaz Bravo lief auf die nächste Polizeistation, wo er Anzeige erstattete. Die Beamten brachten ihn ins Krankenhaus, wo er mit 15 Stichen im Gesicht genäht werden musste. Die Tatverdächtige floh inzwischen aus dem Lokal.

Movilh ist der Name der Angreiferin bekannt. Man lehne „diese abscheuliche Gewalttätigkeit“ ab und erklärte sich mit dem Opfer solidarisch. Darüber hinaus wird die LGBT-Organisation auch das Innenministerium über die Vorgeschichte des Falles informieren, damit sie Díaz Bravo die notwendige rechtliche und psychologische Orientierung zukommen lassen können. „Wir hoffen, dass Gerechtigkeit geschehen wird und die Angreiferin die höchste mögliche Strafe bekommen wird“, so die Organisation.