Unwissenheit und Transphobie bei den „Salzburger Nachrichten“?

HOSI Salzburg kritisiert Text über Transgender-Personen in der Tageszeitung

Salzburger Nachrichten
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Einmal pro Woche helfen die Salzburger Nachrichten (SN) den Englisch-Kenntnissen ihrer Leser auf die Sprünge. Doch letzten Sonntag dürfte die Tageszeitung damit danebengegriffen haben: Die HOSI Salzburg wirft den SN vor, mit dem Beitrag „Choosing your own gender?“ Transphobie zu schüren: Was in dem Beitrag als persönliche Meinung verkauft werde, sei nichts weiter als „eine Mischung aus Unwissenheit über die Lebensrealitäten von Transgender-Personen und blanke Transphobie“, so die LGBT-Organisation.

„Autorin bringt Transgender-Personen mit Übergriffen an Kindern in Verbindung“

„Besonders perfide ist, dass die Autorin Transgender-Personen mit Pädokriminialität und Übergriffen an Kindern in Verbindung bringt“, so Anton Wittmann, Transgender-Referent der HOSI Salzburg, „was eine gängige Vorgehensweise von rechten und reaktionären Kräften ist. Die Autorin bedient damit ein altes Vorurteil gegenüber schwulen Männern und in diesem Fall gegen Transgender-Personen. Es ist ein Skandal, dass die Salzburger Nachrichten diesem menschenverachtenden Weltbild eine Bühne bieten.“ Die HOSI Salzburg fordert nun von den SN und der Autorin des Texts eine Stellungnahme und eine Entschuldigung. Diese hat es bis jetzt noch nicht gegeben.

Prinzipiell steht die HOSI Salzburg Medien gerne mit Rat und Tat zur Verfügung, wenn sie über Transgender-Personen berichten wollen. „Wir sind gerne Ansprechstelle für Medien und Einzelpersonen, wenn es um Wissen über die Rechte und die Lebensrealitäten von Transgender-Personen geht und helfen weiter, wenn inhaltliche Lücken oder Formulierungsunsicherheiten bestehen. Das aktuelle Beispiel zeigt, dass auch bei den Salzburger Nachrichten ein akuter Nachholbedarf besteht“ so Wittmann.