Vier homophobe Straftaten am Wochenende in Berlin

Damit meldete die Berliner Polizei in diesem Monat schon sechs Straftaten gegen Angehörige einer sexuellen Minderheit

Polizei Berlin
Symbolbild

Die Berliner Polizei meldete an diesem Wochenende gleich vier homo- und transphobe Vorfälle in der deutschen Hauptstadt. Unter anderem wurde ein Mann von einem Türsteher auf den Gehsteig geschubst, er musste unter anderem wegen Kopfverletzungen ins Krankenhaus.

Der erste entsprechende Vorfall ereignete sich am Donnerstag: Eine 31 Jahre alte Transfrau zeigte bei der Polizei an, dass sie gegen 13 Uhr in einem Park am Falkplatz im Stadtteil Prenzlauer Berg plötzlich von zwei Männern aufdringlich angesprochen und transphob belästigt wurde. Die Männer verfolgten die Frau einige Schritte, lachten sie aus und verspotteten sie.

Berlin-Tourist in der Nähe des Regenbogenkiezes beleidigt und bedrängt

In der Nacht auf Samstag wurde schließlich ein schwuler Berlin-Tourist in der Nähe des Regenbogenkiezes von einer Gruppe homophob beleidigt. Der 31-Jährige war gegen ein Uhr früh auf der Bülowstraße unterwegs, als er an einer Gruppe von fünf bis sechs Personen vorbei wollte.

Doch zwei Männer sollen sich dem Mann in den Weg gestellt, ihn schwulenfeindlich beleidigt und ihm vor die Füße gespuckt haben.

Polizisten konnten kurz darauf die beiden Tatverdächtigen festnehmen. Es handelte sich um zwei alkoholisierte Männer im Alter von 26 und 29 Jahren. Nachdem ihre Personalien festgestellt wurden, konnten sie wieder gehen. Wegen des Verdachts der homophoben Beleidigung wurde ein Strafermittlungsverfahren gegen die beiden eingeleitet.

Türsteher beleidigt Gast in Tempelhof homophob und schlägt ihn zu Boden

Am Samstag gegen 4.30 Uhr soll dann ein 43-Jähriger vor einem Club in Alt-Tempelhof homophob beleidigt und geschlagen worden sein. Gegenüber der Polizei sagte er, ihm habe ein Türsteher den Zutritt zu dem Lokal verwehrt. Dann soll er ihn schwulenfeindlich beleidigt und ihn mit der Faust in den Bauch geschlagen zu haben.

Anschließend soll ihn der Türsteher so heftig geschubst haben, dass der Mann zu Boden fiel und mit dem Kopf auf dem Gehsteig aufschlug. Die herbeigerufene Rettung brachte den Mann mit Kopf- und Rumpfverletzungen zur Beobachtung in ein Krankenhaus.

In Moabit randalierte ein Mann und beschimpfte einen Mieter antisemitisch und homophob

Wenige Stunden später wurde die Polizei schließlich in den Berliner Stadtteil Moabit gerufen: Ein Mann soll im Hinterhof eines Wohnhauses in der Lehrter Straße mit Eisenstangen randaliert und dann im Treppenhaus lautstark antisemitische und homophobe Beleidigungen geschrien haben. Einem Zeugen zufolge wohnt in dem Mann ein Mieter jüdischen Glaubens, der eine israelische Fahne ins Fenster gehängt hatte.

Die Ermittlungen bei allen Fällen von Hasskriminalität leitet der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin. Als einzige deutsche Großstadt weist die Berliner Polizei explizit auf mögliche homo- oder transphobe Hintergründe einer Straftat hin. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Damit meldete die Berliner Polizei alleine in diesem Monat sechs Straftaten, bei denen Feindlichkeit gegenüber sexuellen Minderheiten das Motiv gewesen sein könnte. Anfang September wurde ein Mann im Großen Tiergarten an einen Baum gefesselt, geschlagen und homophob beschimpft, wenige Tage später kam es zu einem Übergriff auf eine Transfrau in Neukölln.