Drei Monate in türkischer Haft: So verarbeitet eine schwarze Lesbe diese Zeit

Hollywood-Autorin schreibt ein eindrucksvolles Ein-Personen-Stück über die extremen Belastungen

Maisha Yearwood
Maisha Yearwood

Drei Monate lang musste die offen lesbisch lebende US-Amerikanerin Maisha Yearwood in einem Gefängnis in Istanbul verbringen, nachdem in ihrer Hosentasche neun Gramm Haschisch gefunden wurden. Nun hat die in Harlem geborene Hollywood-Autorin diese Erlebnisse in einem Theaterstück verarbeitet.

Zum Schluss wurde Yearwood im Bakırköy-Gefängnis in einer drei Meter breiten Einzelzelle inhaftiert. Die Wächter hatten Angst, dass die schwarze Lesbe zu anderen Insassinnen des Frauengefängnisses „zerstörerisch“ sein könnte, berichtet das US-Magazin „Advocate“.

Rassismus und Homophobie: Ein Theaterstück über das Leben im türkischen Gefängnis

Ihre Eindrücke hat sie nun im Stück „9 Grams“ verarbeitet. Schonungslos und pointiert zeigt sie auf, wie grausam es sein kann, wenn man als afro-amerikanische Lesbe um die Welt reist und in fremden Ländern lebt. Auf ihre herzzerreißende und oft humorvolle Art skizziert sie den Weg von ihrem Arrest bis zur Freilassung.

Dabei zeigt sie in dem Einpersonenstück eindringlich, wie viel emotionale Stärke es braucht, um an Rassismus, Homophobie und einer wenig verständnisvollen Freundin nicht zu zerbrechen: Ihre Partnerin verließ Yearwood kurz nach ihrer Freilassung. Und sie zeigt, wie sie als Künstlerin darum kämpft, auch in den dunkelsten Momenten ihre Inspiration nicht zu verlieren.

Regie bei „9 Grams“ führt S. Epatha Merkerson, die vor allem durch ihre Rolle in der Krimiserie „Law & Order“ bekannt geworden ist. Maisha Yearwood spielt in dem von ihr geschriebenen Stück auch selbst die Hauptrolle. Zu sehen ist „9 Grams“ auf verschiedenen Theaterfestivals in den USA. Termine sind auf der Homepage des Projekts zu finden.