Frankreich öffnet künstliche Befruchtung für lesbische Paare

Präsident Macron löst damit eines seiner Wahlversprechen ein

Regenbogenfamilie mit zwei Müttern
Symbolbild - Fotolia

Ab kommendem Jahr soll es in Frankreich auch lesbischen und alleinstehenden Frauen erlaubt sein, sich künstlich befruchten zu lassen. Derzeit ist die In-Vitro-Fertilisation nur für heterosexuelle Paare erlaubt, die aus medizinischen Gründen keine Kinder bekommen können.

Damit werde das Wahlkampfversprechen von Präsident Emmanuel Macron „eingehalten“, erklärt die Staatssekretärin für Geschlechtergleichheit, Marlene Schiappa, am Dienstag dem Sender RMC. Auch Macrons Vorgänger François Hollande wollte im Zuge der Ehe-Öffnung im Jahr 2013 die künstliche Befruchtung für lesbische Frauen öffnen, machten dann aber einen Rückzieher.

Derzeit lassen sich viele Frauen im Ausland behandeln

Viele lesbische oder alleinstehende Frauen in Frankreich reisen derzeit ins Ausland, um mit Hilfe der In-Vitro-Fertilisation schwanger zu werden. Das soll ab 2018 anders werden: Mit der Reform eines Gesetzes zur Bioethik sollen auch diese Frauen in Frankreich die legale Möglichkeit haben, sich künstlich befruchten zu lassen.

Auch der französische Ethikrat sprach sich Ende Juni dafür aus, lesbischen und alleinstehenden Frauen die künstliche Befruchtung zu erlauben. Eine Mehrheit der französischen Bevölkerung unterstützt die Gesetzesnovelle. Widerstand dürfte vor allem von konservativen Gruppen und der römisch-katholischen Kirche kommen.