Wen wählen? Der GGG.at Wahlhelfer gibt Auskunft

Die eigenen Positionen zu 16 Thesen mit den Antworten der Parteien abgleichen

Nationalrats-Sitzungssaal
Parlamentsdirektion/Johannes Zinner

Eine besondere Neuerung für LGBT-Medien präsentiert GGG.at für die Nationalratswahl 2017: Zum ersten Mal können Politikinteressierte mit dem „Wahlhelfer“ überprüfen, wie sehr ihre Meinungen mit den Positionen der etablierten Parteien zu LGBT-Themen übereinstimmen.

Je mehr Übereinstimmungen, desto mehr Punkte im Endresultat

Das System funktioniert dabei ähnlich wie bekannte Plattformen, beispielsweise den deutschen „Wahl-O-Mat“ oder die österreichische „Wahlkabine“: Übereinstimmungen werden mit Punkten bewertet, die Partei mit den meisten Punkten ist auf einer persönlichen Liste dann ganz oben. Die Positionen der einzelnen Parteien können auch gesammelt gelesen werden.

Für diese Positionen hat GGG.at alle im Nationalrat vertretenen Parteien gebeten, 16 Thesen zu aktuellen LGBT-Themen zu bewerten und kommentieren. SPÖ, Grüne und Neos haben Antworten geschickt. Bei ÖVP und FPÖ erfolgte die Einstufung der Thesen durch die GGG.at-Redaktion, da es hier keine offiziellen Antworten der Parteien gab.

Von PrEP auf Krankenschein oder Nationalität der Täter von Hassverbrechen: Wichtige Unterschiede im Detail

Dass es zwischen SPÖ, Grünen und Neos bei LGBT-Themen sehr wohl auch unterschiedliche Positionen gibt, zeigen Themen wie die Finanzierung der Die Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP), die vor einer HIV-Infektion schützt: Während die Grünen diese begrüßen, lehnen die Neos die PrEP auf Krankenschein ab. Die SPÖ hat sich zu diesem Thema noch keine abschließende Meinung gebildet.

Einigkeit zwischen den drei LGBT-freundlichen Parteien im Nationalrat herrscht darüber, dass Straftaten gegen sexuelle Minderheiten in den Kriminalstatistiken getrennt ausgewiesen werden sollen. Ob auch die Nationalität der Täter ausgewertet werden soll, darüber gibt es bei den einzelnen Parteien keine Übereinstimmung.

Das Ergebnis ist keine Wahlempfehlung – aber ein wichtiger Denkanstoß

Das eigene Ergebnis kann aufgrund dieser Unterschiede durchaus für Überraschungen sorgen. Eine Wahlempfehlung ist es natürlich nicht: Diese Entscheidung soll nach wie vor jeder Wähler nach seinem eigenen Gewissen treffen.

Hier geht’s zum GGG.at Wahlhelfer

Technische Basis des „GGG.at Wahlhelfers“ ist der „Mahl-O-Wat“, der auf Beschluss des XXXV. Studierendenparlaments der Uni Bonn von Sven Zemanek entwickelt wurde und unter der MIT License zur Verfügung steht.