Gegner der Ehe-Öffnung bringen Macklemore in Australien auf Platz 1

Proteste gegen den Auftritt des homofreundlichen US-Rappers katapultieren seinen Song "Same Love" an die Spitze der Charts

Macklemore
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In Australien haben es Macklemore und Ryan Lewis auf Platz 1 der iTunes-Charts geschafft – und das mit einem fünf Jahre alten Song. Denn der Rapper aus Seattle hat angekündigt, seinen LGBT-freundlichen Song „Same Love“ während der Halbzeit des Superbowl der australischen Rugby-Liga zu singen. Gegner der Ehe-Öffnung sind Australien sind empört – und schaffen so noch mehr Aufmerksamkeit für die Sache.

„Same Love“: Ein Lied zur Unterstützung der Community

In „Same Love“ solidarisiert sich Macklemore mit der LGBT-Community. Er kritisiert, dass Lesben und Schwule beschimpft werden, erzählt im Video die Liebesgeschichte eines schwulen Paares und zeigt auf dem Cover seinen schwulen Onkel John Haggerty mit seinem Partner Sean. Bei der Veröffentlichung des Lieds sagte der Rapper, schwule Freunde hätten ihn zu dem Song inspiriert.

In einem Interview sagte Macklemore damals, er habe in der katholischen Kirche und im Hip-Hop eine homophobe Kultur kennengelernt und wolle dem mit „Same Love“ etwas entgegensetzen. Genau dieses Lied will der Rapper nun am Sonntag in Sydney spielen. Doch weil in Australien gerade die Bevölkerung in einer umstrittenen Briefwahl über die Öffnung der Ehe abstimmt, wird der Song zum Politikum.

Befürworter der Ehe-Öffnung fühlen sich durch das Lied bestärkt, Gegner fürchten eine unangemessene Einflussnahme durch den 34-jährigen Rapper. Denn immerhin gilt der Superbowl als eine der größten Sportveranstaltungen Australiens, mit bis zu vier Millionen Zuschauern.

Gegner der Ehe-Öffnung in Australien greifen Macklemore an, weil er „Same Love“ singen will

Integrationsminister Peter Dutton bezeichnete Macklemores Song als „politisches Statement, das den Australiern aufgezwungen wird“. Er fordert, dass zwei Lieder gespielt werden sollten: Eines für die Ehe-Öffnung und eines dagegen. Welches Lied die Gegenposition einnehmen sollte, konnte der 46-Jährige nicht sagen.

Die rechtspopulistische Abgeordnete Pauline Hanson von der One Nation Party forderte, dass ein australischer Sänger beim Rugby-Finale auftreten sollte: „Wir haben so viele andere tolle Künstler in diesem Land“, sagte sie dem US-Sender Seven. Und der ehemalige Premierminister Tony Abbot, ein erbitterter Gegner der Ehe-Öffnung, betonte auf Twitter: „Footballfans sollten nicht einem politischen Rugbyspiel ausgesetzt sein. Sport ist Sport!“.

Sein Nachfolger, der amtierende Regierungschef Malcom Turnbull, sieht die Sache entspannter: „Ich denke nicht, dass es meine Aufgabe ist, die Abspielliste der Halbzeitshow zu zensieren. Ich freue mich sogar darauf“, kommentiert er die Aufregung über den Macklemore-Song.

Petition gegen das Lied erreichte das genaue Gegenteil

Und der Künstler selbst? „Ich werde nach Australien gehen, um beim Superbowl der Rugby League aufzutreten. Es ist sehr interessant, denn ich werde mit meinem Song ‚Same Love‘ auftreten, und die versuchen gerade, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Ich erhalte also sehr viele Tweets von wütenden, alten weißen Typen aus Australien.“

Wie wirkungsvoll diese Tweets von „wütenden, alten weißen Typen“ sind, weiß der Rapper genau. Auf Twitter schrieb er in der Nacht auf heute: „Gestern hat jemand in Australien eine Petition begonnen, damit ich beim Rugby-Finale nicht ‚Same Love‘ spiele. Heute ist es Nummer 1 auf iTunes. Liebe gewinnt.“