Lesbisches Paar getötet: Mutmaßlicher Täter ab heute vor Gericht

Waldemar N. soll die beiden Frauen getötet, bestohlen und dann verscharrt haben

Beate N. und Elke W.
Polizei Bayern

In Augsburg steht ab heute der 31-Jährige Waldemar N. vor Gericht, der aus Habgier ein lesbisches Paar getötet haben soll. Es gibt kein Geständnis des Angeklagten. Für den aufwändigen Indizienprozess sind 16 Verhandlungstage angesetzt.

Das beliebte Paar war im Dezember spurlos verschwunden

Der Fall hatte im Dezember 2016 für Aufsehen gesorgt: Plötzlich waren Elke W. und Beate N. aus Hirblingen in der Nähe von Augsburg spurlos verschwunden. Die Kriminalpolizei vermutete ein Gewaltverbrechen und setzte eine 35-köpfige Sonderkommission ein.

Zwei Wochen später wurde der Verdacht zu grausamer Gewissheit: Die Leichen der 49 und 50 Jahre alten Frauen wurden gefunden: Sie wurden zweieinhalb Kilometer von ihrem Wohnort vergraben, auf einem Feld in der Nähe einer Kläranlage. Bei der Obduktion stellte die Gerichtsmedizin mehrere Stichwunden fest.

Der mutmaßliche Täter verweigert jede Aussage zu dem Fall

Waldemar N. war zu diesem Zeitpunkt schon in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der 31-Jährige seine lesbischen Nachbarinnen aus Habgier in ihrer eigenen Wohnung umgebracht hat. Danach habe er die Wohnung gründlich gereinigt und die Leichen vergraben.

Der 31-Jährige hat die Tat bis jetzt nicht gestanden. Die Anklage stützt sich deshalb ausschließlich auf Beweise. So wurden mit der Bankkarte von Beate N. nach ihrem Verschwinden etwa 5.000 Euro abgehoben. Der Tatverdächtige hatte ein Bündel Bargeld in seinem BMW, dessen Stückelungen zu den Abhebungen passen könnte.

Auch stellte die Polizei eine Quittung über einen Spaten sicher, mit dem er die Frauen bis zu einen Meter tief vergraben haben soll. Das Werkzeug wurde in der Nähe des Tatorts entdeckt. Ein Urteil wird für den 6. Dezember erwartet. Für den mutmaßlichen Täter gilt die Unschuldsvermutung.