Schwuler Regisseur wegen Film krankenhausreif geprügelt

Vor seiner Wohnung in Rom lauerten die Männer Sebastiano Riso auf

Sebastiano Riso
Sebastiano Riso/Twitter

Der offen schwule Regisseur Sebastiano Riso ist vor seiner eigenen Wohnung in Rom krankenhausreif geprügelt worden – offenbar, weil er schwul ist und in seinem letzten Film Regenbogenfamilien thematisiert. Das berichtet die Tageszeitung La Repubblica.

Zwei Männer verprügelten ihn und beschimpften ihn währenddessen schwulenfeindlich

Der Angriff ereignete sich am Montag gegen 17.00 Uhr: Zwei Männer haben ihn angegriffen und dabei schwer verletzt. Die Rettung brachte ihn sofort ins Krankenhaus. Dort wurden unter anderem ein Thoraxtrauma, ein schwerer Schlag aufs Gesicht und ein Hornhautödem festgestellt, dass er bis zu zehn Tage im Fatebenefratelli-Krankenhaus stationär behandelt werden muss.

Der Angriff habe sich „gegen mich als Homosexuellen, als Regisseur und als Mensch“ gerichtet, so Riso in einer Pressemitteilung. Als Homosexuellen, weil die Täter „mich mit homophoben Sprüchen beleidigten, während ich geschlagen wurde“. Als Regisseur, weil sich die Beleidigungen „auf Themen bezogen, die in meinem letzten Film behandelt werden, wie die Möglichkeit für homosexuelle Paare möglich ist, ihre eigene Familie zu gründen und weil sich die Gewalt gegen meine Inklination richtete, mich durch meine Arbeit auszudrücken“.

Risos aktueller Film „Una familglia“ wird in Italien kontrovers diskutiert

So geht es in „Una familglia“, dem letzten Film des 34-Jährigen, um ein heterosexuelles Paar, das Kinder illegal an Paare verkauft, unter anderem auch an ein schwules Paar. Der kontrovers diskutierte Film wurde unter anderem auch auf dem Filmfestival von Venedig gezeigt und ist derzeit in den italienischen Kinos zu sehen.

Sein zweiter Langfilm, „Dunkler als die tiefste Nacht“, beschäftigt sich mit dem Schicksal eines 14-Jährigen, der im Sizilien der 1980er-Jahre seine Homosexualität entdeckt, nachdem er von zu Hause ausgerissen ist und sich auf der Straße mit Strichern und Transen anfreundet. Der Film basiert auf der Geschichte der in Italien bekannten Drag Queen Fuxia.

„Ich werde weitermachen wie zuvor“: Sebastiano Riso lässt sich nicht unterkriegen

Mittlerweile haben sich die Produktionsfirmen von „Una Famiglia“, Indiana Production und RAI Cinema, sowie die Vertriebsfirma Bim Distribuzione in einer Stellungnahme zu Wort gemeldet. Sie zeigten sich besorgt und betonten, die Schwere der Gewalt gegen den Regisseur „darf nicht unterschätzt werden“.

Unterkriegen will sich Sebastiano Riso durch den brutalen Angriff nicht. „Trotz der Angst und der Wut bin ich sicher, dass ich weitermachen werde wie bisher, vielleicht sogar mehr als zuvor“, gibt er sich kämpferisch.