FIFA verurteilt Griechenland, Ungarn und Serbien wegen homophober Schlachtgesänge

Bis jetzt gab es bei der WM-Qualifikation 51 Vergehen wegen schwulenfeindlicher Pöbeleien im Stadion

Fußball
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Der Weltfußballverband FIFA hat eine aktuelle Liste mit den Strafen veröffentlicht, die bis jetzt gegen Länder und Spieler während der Qualifikation für die Fußball-WM in Russland verhängt wurden. Insgesamt 51 Mal wurde eine Strafe wegen homophober Sprechchöre von Fans verhängt – auch gegen drei europäische Staaten.

Vor allem lateinamerikanische Länder wurden wegen schwulenfeindlicher Sprüche ihrer Fans abgestraft

Insgesamt wurden 16 Länder wegen homophober Sprechchöre bestraft. Diese sind vor allem in Lateinamerika weit verbreitet: So wurde Mexiko gleich in elf Fällen bestraft, Honduras und Argentinien in fünf, Peru in vier, Panama in drei und El Salvador in zwei Fällen. Je einmal haben die FIFA-Funktionäre schwulenfeindliche Sprechchöre bei den Fans in Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Paraguay und Uruguay beanstandet.

Doch nicht nur südamerikanische Fans sitzt die Zunge locker, wenn es um homophobe Zwischenrufe im Stadion geht. Mit Griechenland, Serbien und Ungarn haben auch drei europäische Staaten von der FIFA entsprechende Strafen aufgebrummt bekommen.

Griechen pöbelten gegen Bosnien, Serben gegen Wales, Ungarn gegen Portugal

Griechenland wurde wegen Zwischenfällen beim WM-Qualifikationsspiel gegen Bosnien und Herzegowina im November 2016 von der FIFA verurteilt. Neben homophoben Sprechchören fielen die griechischen Fans unter anderem auch durch politische Banner, Abfeuern von Bengalos, Laser, Ausbuhen der Hymne und dem Werfen von Gegenständen auf das Spielfeld auf. Den Verband kostet dieses Verhalten 80.000 Schweizer Franken, rund 70.000 Euro. Außerdem sprach die FIFA eine Verwarnung und einen Verweis aus.

Bei Österreichs Gruppengegner Serbien wurden die Fans beim Heimspiel gegen Wales im Juni dieses Jahres ausfällig. Auch hier gab es neben homophoben Sprechchören auch noch Gegenstände, die auf das Spielfeld geworfen wurden, unerlaubte Pyrotechnik sowie politische Banner. Die Strafe für den serbischen Verband wurde mit 22.500 Franken, umgerechnet etwa 20.000 Euro, festgelegt. Außerdem gab es einen Verweis.

Fürs Endergebnis und die Qualifikation brachten die homophoben Sprechchöre nichts

Die ungarischen Fans fielen die FIFA beim WM-Qualifikationsmatch gegen Portugal im September mit homophoben Sprechchören auf. Dafür gab es eine Verwarnung und eine Geldstrafe in der Höhe von 20.000 Franken, das sind etwa 17.000 Euro.

So richtig ausgezahlt haben sich die schwulenfeindlichen Beleidigungen der Fußballfans in Europa nicht: Griechenland erreichte gegen die Bosnier nur ein 1:1 und ist in der Tabelle der Gruppe H derzeit nicht für die WM qualifiziert. Auch in der Gruppe D brachten die homophoben Sprechchöre der serbischen Fans der eigenen Mannschaft keinen Sieg, und Ungarn verlor gegen Portugal mit 0:1 – die Magyaren trennen mittlerweile 11 Punkte von der Teilnahme bei der Weltmeisterschaft.