Australien: Vorsichtiger Optimismus bei Befürwortern der Ehe-Öffnung

Viele Stimmzettel wurden schon zurückgeschickt - und die Tendenz scheint Grund zur Hoffnung zu geben

Flagge von Australien
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Vorsichtig optimistisch sind die Befürworter der „Ehe für alle“ in Australien: Einer Umfrage zufolge, die in ihrem Auftrag durchgeführt wurde, könnte die Briefwahl mit einem deutlichen Ja zur Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare enden.

Knapp zwei Drittel der Befragten haben einen Stimmzettel mit „Ja“ schon zurückgeschickt

Demnach haben 64,3 Prozent der Befragten angegeben, mit Ja gestimmt und den Stimmzettel schon zurückgeschickt zu haben. Nein-Stimmen wurden demnach von etwa 15,5 Prozent der Befragten zurückgeschickt. Sechs Prozent wollen noch wählen und mit Ja stimmen, jeweils 5,7 Prozent wollen entweder mit Nein stimmen oder überhaupt nicht abstimmen. 2,8 Prozent gaben an, keine Unterlagen erhalten zu haben.

Für Tiernan Brady, Geschäftsführer der Gleichstellungskampagne, sind das gute Nachrichten. Dass die Umfrage eine so hohe Wahlbeteiligung gezeigt habe, zeige, „dass Australien auf dem besten Weg ist, die irische Wahlbeteiligung von 64 Prozent im Referendum über gleichgeschlechtliche Ehen zu brechen“.

Befürworter gehen von einer deutlichen Mehrheit für die Ehe-Öffnung aus

Dass der Umfrage zufolge auch viele ältere Menschen an der Briefwahl über die Öffnung der Ehe teilnehmen, beunruhigt den LGBT-Aktivisten nicht. „Auch wenn Menschen über 65 weniger wahrscheinlich zustimmen, gibt es immer noch eine Mehrheit“, gibt er sich betont gelassen.

Die Briefwahl zur Ehe-Öffnung entwickelt sich zu einem wichtigen Ereignis für die Demokratie: „Die Menschen verstehen die Kraft ihrer Stimme. Die große Mehrheit der Leute sieht, dass das keine normale politische Frage ist. Sie verstehen, dass es hier um das Leben echter Menschen geht, die Würde aller Menschen“, so Brady.

Die Gesamtkosten für die Briefwahl in Australien betragen 122 Millionen Dollar. Die Opposition hätte lieber auf die teure Wahl verzichtet und gleich das Parlament über die Öffnung der Ehe entscheiden lassen. Dort gibt es nämlich bereits eine breite Mehrheit dafür. Mit dem Volksentscheid möchte Premierminister Malcom Turnbull vor allem Gegner der Ehe-Öffnung in seiner Koalition besänftigen.