Freitag, 14. Juni 2024
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„Nur“ 23 Prozent der US-Bürger wollen Homosexualität bestrafen

Doch mit 72 Prozent hat die Zahl der Gegner einer Bestrafung Homosexueller einen Höchstwert erreicht

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Rund 23 Prozent der US-Amerikaner glauben, dass Homosexualität unter Strafe gestellt werden sollte. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des bekannten Meinungsforschungsinstituts Gallup hervor. Doch was gefährlich klingt, ist eigentlich eine gute Nachricht: Denn diese 23 Prozent sind der niedrigste Wert aller Zeiten.

Und auch die Zahl jener Amerikaner, die nicht glauben, dass Homosexualität bestraft werden sollte, erreicht mit 72 Prozent ein Allzeit-Hoch. Gleichzeitig befürworten zwei Jahre nach der Öffnung der Ehe durch den Obersten Gerichtshof der USA auch 64 Prozent der Befragten die Gleichstellung homosexueller Paare in der Ehe.

Im Jahr 1978 wollte noch fast jeder Zweite Homosexualität unter Strafe stellen

Als Gallup im Jahr 1978 zum ersten Mal wissen wollte, wie viele US-Amerikaner Homosexualität bestrafen wollten, lag der Wert noch bei 43 Prozent. Genauso viele Befragte glaubten allerdings auch, dass Homosexualität entkriminalisiert werden sollte.

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Seit Ende der 1980er-Jahre sinken die Zahlen derjenigen, die Lesben und Schwule gern im Gefängnis sehen würden. Zuvor haben sie allerdings auf dem Höhepunkt der „Aids-Krise“ 1989 mit 57 Prozent einen Spitzenwert erreicht. Die Gegner einer Kriminalisierung waren zu dieser Zeit in der Minderheit: 1986 waren nur 32 Prozent der Befragten dafür, Homosexualität zu legalisieren.

Einvernehmliche gleichgeschlechtliche Handlungen waren in vielen US-Bundesstaaten als Sodomie verboten. Als letzter Bundesstaat hob Illinois Strafen auf Homosexualität im Jahr 1961 auf. Doch die Gesetze blieben oft formal in Kraft – und lieferten so die Basis für Diskriminierung sexueller Minderheiten. Erst 2003 entschied der Supreme Court, dass diese Sodomiegesetze verfassungswidrig seien.