Zweieinhalb Jahre Haft für Münchner „PlanetRomeo-Räuber“

Prügel statt Date: Nun waren die Täter vor Gericht - und das urteilte hart

Polizei München

Ein Date über die Dating-Plattform PlanetRomeo endete letzten Juni für einen 38-Jährigen mit einem Überfall. Nun wurden die drei Täter in München zu teils langen Freiheitsstrafen verurteilt, berichtet die Abendzeitung.

Sex erhofft – und zum Opfer eines brutalen Überfalls geworden

Der Vorfall ereignete sich am 1. Juli 2016 gegen 23.10 Uhr bei der Münchner S-Bahn-Station Aubing. Ein 38-jähriger Arbeitsloser hatte sich mit einem User namens „Marcus“ verabredet. Die beiden Männer gingen einen Weg parallel der Gleise entlang, nach 300 Metern setzte sich „Marcus“ auf einen Zaun. Dort sollte der Überfall stattfinden.

Die beiden Mittäter kamen dann auch wie vereinbart an der Stelle vorbei. Plötzlich wurde der 38-Jährige von seinem „Date“ zu Boden getreten und von den beiden anderen Unbekannten geschlagen. Gemeinsam traten sie auch mit den Füßen gegen den Kopf des Mannes. Dabei wurden dem Opfer die Brusttasche mit Geldbeutel und Smartphone heruntergerissen. Der 38-Jährige erlitt bei dem Überfall einen Nasenbeinbruch, ein Schädeltrauma und mehrere Hämatome. Er musste drei Tage im Krankenhaus stationär behandelt werden.

Auf PlanetRomeo hatte das Opfer noch ein Foto des Burschen – damit hat ihn die Polizei gesucht

Allerdings hatte das Opfer im Chatverlauf auf PlanetRomeo ein Foto von „Marcus“. Die Münchner Polizei veröffentlichte Ende November das Foto und fragte nach dem jungen Mann. Und wirklich: Der 20 Jahre alte Koch wurde am 6. Dezember an seinem Arbeitsplatz festgenommen. Kurz darauf wurden auch die beiden Mittäter gefasst.

Nun fand der Prozess gegen die beiden statt. Alle drei Angeklagten waren geständig. Der Richter verurteilte „Marcus“ wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Das Jugendstrafrecht wurde auch deshalb angewandt, weil bei dem heute 20-Jährigen eine Reifeverzögerung festgestellt wurde.

Je zweieinhalb Jahre Haft für den 20-Jährigen und seinen Komplizen

Sein Komplize muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis, ohne Geständnis wäre die Strafe wohl noch härter ausgefallen. Mildernd sah der Richter außerdem noch die Geldnot des Angeklagten und, dass er zum Zeitpunkt der Tat „alkoholbedingt enthemmt“ war. Außerdem hat er dem Opfer 2.500 Euro Entschädigung bezahlt.

Die 20-jährige Freundin des Angeklagten wurde wegen Beihilfe zu 60 gemeinnützigen Arbeitsstunden und zwei Wochen Dauerarrest verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Um selbst ähnliche Unannehmlichkeiten zu vermeiden, sollten bei Verabredungen mit Unbekannten immer die Tipps für ein sicheres Date beachtet werden.