Conchita Wurst tritt morgen in Russland auf

Die Song-Contest-Gewinnerin ist der Stargast beim LGBT-Filmfestival "Seite an Seite"

Conchita
Thomas Ramstorfer/ORF

Conchita Wurst reist nach Russland, um morgen in St. Petersburg das zehnjährige Jubiläum des LGBT-Filmfestivals „Bok o bok“ („Seite an Seite“) zu feiern. Sie wird dort einen der außergewöhnlichsten österreichischen Filme der letzten Jahre, das homosexuelle Liebesdrama „Kater“ von Händl Klaus, präsentieren.

LGBT-Filmfestival feiert dieses Jahr seinen zehnten Geburtstag

Auch ein Auftritt bei der Abschlussparty des Filmfestivals ist geplant. „Bok o bok“ findet dieses Jahr zum zehnten Mal statt. In einer Videobotschaft an Organisatoren und Besucher wünschte sie dem Festival alles Gute zum Geburtstag. „Ich kann es nicht abwarten, euch zu sehen“, sagte sie in dem Video, das über Facebook und das russische Netzwerk VK geteilt wurde.

Thematisch widmet sich das zehntägige Filmfestival unter anderem Themen wie Homophobie im Fußball, queerer Kultur sowie der Unterdrückung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen unter dem Franco-Regime in Spanien.

Ein Dankeschön für die russischen Fans – und ein deutliches Zeichen an homophobe Politiker

Für Conchita ist der Auftritt in St. Petersburg aus mehreren Gründen wichtig: Erstens gibt ihre Anwesenheit dem Filmfestival eine breite Öffentlichkeit in aller Welt – und das macht es homophoben Kräften in Verwaltung und Regierung schwerer, das Festival zu stören.

Zweitens, ist es ein Dankeschön an ihre Fans in Russland, die sie zweifelsohne hat. Bei ihrem Song-Contest-Sieg in Kopenhagen 2014 hat sie beim russischen Televoting den dritten Platz erzielt. Nach der Show erreichte „Rise like a Phoenix“ sogar Platz 1 der russischen iTunes-Charts. Und drittens ist es ein kleiner Triumph über das offizielle Russland, das sich nach ihrem Sieg mehrfach negativ bis abfällig über die Künstlerin geäußert hat.

„Bok o bok“ war bei seiner Gründung im Jahr 2008 die erste größere LGBT-Veranstaltungsreihe in Russland. Der Anfang war schwer: Mehrere Veranstaltungsorte sagten ab, und das gebuchte Kino wurde einen Tag vor der Premiere ein Raub der Flammen. Letzendlich fand das Festival an einem geheimen Ort statt. In den kommenden Jahren konnte das Festival mit der Unterstützung einiger Botschaften und Prominenter trotz wiederholter Probleme größtenteils wie geplant stattfinden.