Achtfacher Schwimm-Weltrekordhalter Mark Foster outet sich als schwul

"Wenn ich nicht unterbewusst all das verarbeiten hätte müssen, hätte ich mehr erreichen können"

Mark Foster
Nick J. Webb/Flickr CC BY 2.0

Mark Foster, achtfacher Weltrekordhalter im Schwimmen, hat sich im Alter von 47 Jahren als schwul geoutet. In einem Interview mit der britischen Tageszeitung The Guardian sprach Foster, der nun unter anderem als BBC-Kommentator arbeitet, das erste Mal über seine sexuelle Orientierung.

„Ich habe Halbwahrheiten erzählt und war nicht ehrlich zu mir selbst“

„Ich bin immer ausgewichen, habe Halbwahrheiten erzählt und war nicht ehrlich zu mir selbst – das hat mir selbst geschadet. Ich bin ein 47 alter Mann und stehe nicht mehr im Wettbewerb. Und ich bin nicht der erste schwule Sportler, der sich outet. Gareth Thomas und Tom Daley haben den Weg geebnet“, so Foster zum Guardian.

Zwar habe er in der Vergangenheit immer wieder LGBT-Organisationen wie Stonewall oder Anti-Mobbing-Kampagnen unterstützt – allerdings habe er immer darauf geachtet, „unter dem Radar“ zu bleiben, so Foster weiter. Jetzt macht er reinen Tisch – und bestätigt auch, in einer Beziehung mit einem Mann zu leben. Dessen Identität möchte er aber nicht öffentlich machen.

Wäre Mark Foster mit einem Coming Out auch ein besserer Sportler gewesen?

„Es ist nicht so, als ob man mich unter Druck gesetzt hätte, ein Coming-out zu machen“, erklärt der Ex-Schwimmer seinen jetzigen Vorstoß. Allerdings glaubt Foster heute, dass seine sportliche Leistungen unter seinem Versteckspiel gelitten haben könnten. „Ich habe wegen Hundertstelsekunden Rennen verloren und Weltrekorde gebrochen. Ich sage nicht, ich hätte sonst die Olympiade gewonnen, aber wenn ich nicht unterbewusst all das Zeug hätte verarbeiten müssen, hätte ich mehr erreichen können“, so Foster.

Foster hat zwischen 1992 und 2005 bei Kurzbahnmeisterschaften insgesamt sechs Mal den Weltmeistertitel und elf Mal den Europameistermitel in 50 Meter Freistil oder Schmetterling gewonnen. Bei Olympischen Spielen schwamm er allerdings immer an einer Medaille vorbei. Nach den Spielen von Peking im Jahr 2008 erklärte er seinen Rücktritt vom Spitzensport.

Seine Familie wusste, dass er schwul ist – und zwei Beziehungen hatte

Nach dem Ende seiner Schwimmerkarriere nahm Mark Foster auch an diversen britischen TV-Shows teil – etwa in der sechsten Staffel des britischen „Dancing Stars“-Vorbilds „Strictly Come Dancing“. Außerdem arbeitet er in der BBC als Sportexperte.

Im Umfeld von Foster war dessen öffentliches Outing keine Überraschung. So hatte er bereits in der Vergangenheit zwei längere Beziehungen mit Männern. Dabei wurde der heute 47-Jährige auch von seiner Familie und den Freunden unterstützt.