Aids Hilfe Wien kritisiert Diskriminierung von HIV-Positiven

Eine eigene Meldestelle unterstützt Betroffene - Unterstützung kommt von der Stadt Wien

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Seit genau zwanzig Jahren bietet das Aids Hilfe Haus Beratung und Hilfe, wenn es um Fragen zum Thema HIV und Aids geht. Dabei hat sich vieles in den letzten zwanzig Jahren weiterentwickelt. Dank des medizinischen Fortschritts haben Menschen mit HIV heute eine annähernd gleiche Lebenserwartung wie Menschen ohne HIV.

Mit modernen Medikamenten können Infizierte das Virus nicht mehr weitergeben

Und wer wirkungsvoll therapiert wird und seine Medikamente täglich einnimmt, kann das Virus nicht mehr weitergeben. Experten nennen das „TasP – Therapy as Prevention“. Doch die Angst vor Menschen mit dem Virus ist nach wie vor vorhanden. Reale und befürchtete Diskriminierungen sind auch die größte Barriere, um HIV offen anzusprechen, sich testen zu lassen und Therapie in Anspruch zu nehmen, so die Erfahrung der Aids Hilfe Wien.

Um diesen Diskriminierungen entgegenzuwirken, hat die Aids Hilfe Wien 2013 eine nationale Diskriminierungsmeldestelle eingerichtet. Hier werden Diskriminierungen aus ganz Österreich systematisch erfasst und Opfer von HIV-bezogener Diskriminierung anonym und kostenfrei beraten und unterstützt. Die enge Zusammenarbeit mit der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen sowie anderen wichtigen Institutionen unterstützt dabei die Betroffenen.

„Diskriminierung treibt die Epidemie voran, anstatt sie zu stoppen“

„Die Diskriminierung bestimmter Personengruppen aufgrund der Assoziation mit HIV/AIDS hat verheerende Folgen und treibt die Epidemie voran statt sie zu stoppen. Gerade Menschen, die aufgrund verschiedener Faktoren besonders vulnerabel sind, sich mit HIV zu infizieren, benötigen unsere Solidarität und Unterstützung“, betont deshalb der Wiener Antidiskriminierungs- und Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky.

„Die Angebote der Aids Hilfe Wien in diesem Bereich sind daher besonders wichtig. Der Kampf gegen AIDS und gegen Diskriminierung und für die Gleichberechtigung aller Menschen ist unser gemeinsames Anliegen“, so der Stadtrat weiter.