PrEP-Medikamente und Sex-Toys im Koffer: Australien verweigert schwulem Deutschen die Einreise

Der Mann wollte mit seinem Freund in Australien leben - doch die Behörde glaubt, er arbeitet als Escort

Flagge von Australien
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Ein deutscher Staatsbürger wurde aus Australien ausgewiesen, nachdem die Beamten der Einreisebehörde PrEP-Medikamente und Sex-Spielzeug in seinem Gepäck gefunden haben. Das berichtet das Online-Portal GayStarNews.

Der Mann lebte bereits seit mehr als zwei Jahren in Australien und reiste mit seinem Freund für eine Woche nach Japan, da er aufgrund seines Touristenvisums ausreisen musste. Er hoffte, bei der erneuten Einreise mit einem Partnervisum nach Australien einreisen und dort bleiben zu können. Doch als sein Flugzeug am Sonntag in Australien ankam, gab es eine böse Überraschung.

Wurde der Mann kontrolliert, weil er den Grenzbeamten zu schwul aussah?

Die Beamten der Australian Border Force (ABF) verweigerten dem Deutschen die Einreise. Wie sich sein Freund erinnert, wurde er von den Beamten zunächst schief angeschaut weil er „ein bisschen schwul aussah“. Dann wurde er aufgefordert, seinen Koffer zu öffnen.

„Sie hatten keinen Grund, sein Gepäck zu inspizieren, wir haben seitdem nicht viele Informationen bekommen“, sagt der australische Partner des Deutschen aufgelöst zu Gay Star News.

Der australische Partner des Deutschen ist verzweifelt

Dort fanden die Beamten unter anderem PrEP-Medikamente, die eine HIV-Infektion verhindern können, sowie Sex-Spielzeug. Beides kann für den persönlichen Gebrauch legal nach Australien eingeführt werden.

Auch das Telefon des Deutschen wurde bei der Kontrolle inspiziert. „Sie haben ihn dazu genötigt, ihnen sein Telefon zu geben“, so sein Partner: „Sie haben seine Kommunikation kontrolliert und ihn nur mit einem Gerät telefonieren lassen, das sie ihm gegeben haben und deren Nummer sie gewählt haben.“

Die Beamten vermuteten, dass der Deutsche in Australien als Escort arbeiten wollte

Die Fundstücke im Koffer und einige Chats auf dem Handy des jungen Mannes legten für die Einreisebeamten den Schluss nahe, dass der Deutsche in Australien als Escort arbeiten wollte. Das wäre zwar an sich legal, aber ein Verstoß der Bestimmungen des Touristenvisums, mit dem er bis jetzt im Land war.

Der Deutsche könnte damit wieder nach Japan zurück geschickt worden sein. Sein Partner kümmert sich nun mit Hilfe einer Anwältin darum, dass er wieder legal einreisen darf.

Der australische Grenzschutz weist gegenüber Gay Star News den Vorwurf, den Deutschen wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert zu haben, zurück. Man könne aber einzelne Fälle nicht kommentieren. „Bei Personen, die in der Vergangenheit die Visa-Bedingungen verletzt haben, besonders das Arbeitsverbot, können bei ihrer Ankunft in Australien die Visa für ungültig erklärt und abgewiesen werden. Wer ist Australien ohne das entsprechende Visum einreist, kann beim Flughafen abgewiesen und nach Hause geschickt werden“, gab es nur eine allgemeine Stellungnahme.