Keine „Transgender“ und „Diversität“ mehr für US-Gesundheitsbehörde

Bestimmte Worte dürfen nicht mehr verwendet werden - und kommen damit auch im Budget nicht mehr vor

CDC
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Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump zieht ihren Kulturkampf weiter durch: Nun hat sie der weltweit anerkannten Gesundheitsbehörde CDC verboten, in bestimmten Dokumenten sieben Wörter zu verwenden – zwei davon betreffen sexuelle Minderheiten direkt.

Keine „wissenschaftliche Grundlage“ mehr im Budgetentwurf der Gesundheitsbehörde

Wie die Washington Post berichtet, verbietet die CDC ihren Mitarbeitern, in offiziellen Papieren, die mit dem Budgetvorschlag zu tun haben, die Begriffe „Transgender“, „verwundbar“, „Fötus“, „Diversität“ (Vielfalt), „Anspruchsberechtigung“, „auf wissenschaftlicher Grundlage“ (engl. science-based) und „auf der Grundlage von Beweisen“ (engl. evidence-based) nicht mehr verwenden.

Für einige der Begriffe wurden den Mitarbeitern auch alternative Formulierungen vorgeschlagen. So soll es statt „auf wissenschaftlicher Grundlage“ oder „auf der Grundlage von Beweisen“ in den Berichten „Die CDC basiert ihre Empfehlungen auf Wissenschaft unter Berücksichtigung öffentlicher Standards und Wünsche“ heißen.

Zu bizarr: Mitarbeiter des CDC konnten die neue Regelung zuerst nicht glauben

Mit dem offiziellen Verbot dürfen diese Wörter auch nicht mehr in bestimmten Forschungsprojekten oder Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung verwendet werden. Das betrifft beispielsweise Programme zur Aids-Prävention bei Transgender-Personen oder Untersuchungen, wie sich das Zika-Virus auf Föten auswirkt.

Hochrangige CDC-Beamte haben ihren Mitarbeitern diese Direktive am letzten Donnerstag mitgeteilt – und diese hätten mit „Ungläubigkeit“ reagiert. Das berichtete die Zeitung am Samstag unter Berufung auf einen Politikanalysten, der selbst an dem Treffen teilgenommen habe. Er selber habe einen derartigen Schritt aus ideologischen Gründen bisher noch nie erlebt, so der Analyst zur Washington Post.

Was nicht mehr im Budgetentwurf vorkommt, kann auch nicht mehr finanziert werden

Es ist klar, welchen Zweck diese ungewöhnliche Maßnahme hat: Ohne Erwähnung im Budgetvorschlag soll es für bestimmte Themenfelder künftig weniger oder gar kein Geld geben. Ohne Erwähnung des Wortes „Transgender“ kann das CDC für die Betroffenen auch keine Programme planen oder durchführen. Und ohne „Diversität“ hat es die Behörde schwerer, der Vielfalt sexueller Orientierungen und verschiedener Ethnien in den USA Rechnung zu tragen.

„Die CDC ist entscheidend für die Vorbeugung und Behandlung von HIV, und eine der von HIV am stärksten betroffene oder tatsächlich gefährdete Gruppe sind Transgender-Frauen. Es gibt wachsende Bedenken, welche Bedürfnisse für die Prävention bei Transgender-Frauen notwendig sind, und man ist sich einig, dass hier mehr geforscht und besser finanziert werden müsste“, kritisiert Daniel Bruner von der Whitman-Walker Clinic in Washinghton DC gegenüber dem LGBT-Portal Washington Blade die Entscheidung der Regierung.

Die CDC ist dem US-Gesundheitsministerium unterstellt. Sie hat mehr als 12.000 Mitarbeiter und ein Budget von umgerechnet etwa sechs Milliarden Euro. Sie ist nicht nur in den Vereinigten Staaten aktiv, sondern engagiert sich weltweit. Zu ihren Aufgaben gehören neben der Sicherung der Lebensmittelsicherheit oder die Verhütung ansteckender Krankeit auch die Bekämpfung von Krebs, HIV oder Herzerkrankungen.