77-Jähriger ermordet: Es war sein letztes Date

25-Jähriger wollte an dem Senior seine Tötungsfantasien ausleben

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

Der Mord an Robert Theodor Christ scheint aufgeklärt: Wie die Polizei in Krefeld berichtet, habe sie im nur wenige Kilometer entfernten Kleve einen 25-Jährigen festgenommen. Der arbeitslose Mann sei bereits wegen einschlägiger Delikte polizeibekannt. Er habe das Verbrechen an dem 77-Jährigen bereits gestanden, heißt es weiter. Auf die Spur kamen die Kriminalisten über das Handy des Opfers.

Die Leiche wurde vom Stiefsohn übel zugerichtet gefunden

Die Leiche von Christ wurde am Freitag in der Früh von dessen Adoptivsohn gefunden. Als er die Haustür öffnete, nachdem sein Vater nicht erreichbar war, entdeckte er Blutspuren. Außerdem stand das komplette Erdgeschoss unter Wasser. Der Täter hat beim Verlassen des Hauses die Wasserkräne aufgedreht, um Spuren zu verwischen.

Schon bald war klar, dass der 77-Jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Der Körper des alten Mannes wies zahlreiche Schnitt- und Stichverletzungen auf. Motiv für den Mord dürfte Habgier gewesen sein: Aus der Wohnung des Mannes sollen mehrere tausend Euro gefehlt haben.

Das letzte Chat-Date war der mutmaßliche Täter

Da Robert Theodor Christ immer sehr vorsichtig war, tappte die Polizei zunächst bei der Suche nach dem Täter im Dunkeln. Klar war nur: Nach dem Tod seiner Frau vor vier Jahren traf er sich auch offen mit anderen Männern. Schon bald gab es den Verdacht, dass sein letztes Date den beliebten Senior getötet haben könnte.

Dieser Verdacht bestätigte sich jetzt: Am Tattag hatten die beiden Männer miteinander gechattet und sich verabredet. Sie kannten sich bereits: Im September dieses Jahres trafen sich die beiden Männer schon einmal in der Wohnung des 25-Jährigen. Der Tatverdächtige sei zwar eigenen Angaben zufolge heterosexuell, habe aber einmal schwulen Sex ausprobieren wollen.

Der einschlägig bekannte Mann wollte seine Tötungsfantasien ausleben

Wie der 25-Jährige im Verhör sagte, habe er seit seiner Kindheit habe er Tötungsfantasien, die er mit dem Mord an dem 77-Jährigen ausleben wollte. Zunächst  soll er seinem Opfer im Schlafzimmer einen Faustschlag versetzt haben. Als Robert Theodor Christ daraufhin fliehen wollte, bekam er weitere Faust- und Handkantenschläge ab.

Dann sollen dem Senior die Hände mit einem Gürtel gefesselt und er die Kellertreppe hinuntergestoßen worden sein. Außerdem stach der junge Mann auf das Gesicht des älteren ein und verletzte ihn mit einem Feuerlöscher schwer am Kopf. Um sicherzugehen, dass sein Opfer tot ist, übergoss der Tatverdächtige es nach Schilderung von Staatsanwalt und Polizei mit Wodka und versuchte es anzuzünden – was jedoch misslang.

Der Mann, für den die Unschuldsvermutung gilt, war bereits wegen Körperverletzung, Eigentumsdelikten und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz bereits polizeibekannt. Nun wird er wegen Mordes und Raubes angeklagt. Gegen ihn wurde Untersuchungshaft verhängt.