Österreichs Bischöfe predigen zu Weihnachten gegen die Ehe-Öffnung

"Die Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau ist etwas anderes als eine Partnerschaft von Personen gleichen Geschlechts"

Klaus Küng
Christian Jansky/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

Anlässlich der Weihnachtsfeiertage haben sich auch mehrere österreichische Bischöfe unter anderem gegen die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare ausgesprochen. Der St. Pöltener Bischof Klaus Küng kritisierte in seiner Weihnachtspredigt die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare, und die Einführung eines dritten Geschlechts in Deutschland, der Innsbrucker Diözesanbischof Hermann Glettler kritisierte in einem Interview mit dem Standard die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs (VfGH), die Ehe zu öffnen.

Bischof Küng warnt vor der Ehe-Öffnung, dem Dritten Geschlecht und künstlicher Befruchtung für Lesben

Bischof Küng, der als konservativ gilt und innerhalb der römisch-katholischen Kirche in Österreich für Familienangelegenheiten verantwortlich ist, meinte Küng auch, dass es auch im Bereich der Fortpflanzungsmedizin in der Gesetzgebung viele Hinweise gebe, dass der Glaube an Gott „einfach beiseite geschoben“ und der Zusammenhang mit der Schöpfungsordnung nicht wahrgenommen werde, so Küng.

Doch auch der neue Innsbrucker Diözesanbischof Hermann Glettler, der als liberal gilt, hat mit der Öffnung der Ehe seine Not. „Ich verstehe den Druck, der von Menschen aufgebaut wurde, die in ihrer Lebensführung und sexuellen Orientierung nicht so sein durften, wie sie sind. Auch wir hatten als Kirche Toleranz zu lernen“, gibt sich der gebürtige Steirer zunächst liberal.

„Es geht etwas verloren, wenn man krampfhaft gleichschaltet, was nicht gleich ist“

Doch dann betont Glettler, der erst am 2. Dezember zum Bischof geweiht wurde, hinter den Aussagen von Kardinal Christoph Schönborn zu stehen, der meinte, mit seinem Urteil zur Ehe-Öffnung verneine der VfGH die Wirklichkeit und tue der Gesellschaft „nichts Gutes“: „Die Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau ist etwas anderes als eine Partnerschaft von Personen gleichen Geschlechts. Kindern das Leben zu schenken ist der unersetzbare Beitrag für die Zukunft unseres Landes. Es geht für unser Zusammenleben etwas verloren, wenn man krampfhaft gleichschaltet, was eigentlich nicht gleich ist“, so der Innsbrucker Bischof.

Das Rechtsinstitut der Eingetragenen Partnerschaft sei „eine ausreichend rechtliche Absicherung für alle Paare“, so Glettler weiter: „Ausgerechnet jene, die jahrzehntelang für Respekt vor dem Andersein gekämpft haben, drängen nun auf Gleichschaltung.“