Schwules Paar in Berlin mit Obstkiste beworfen

Erneut homophober Vorfall in der deutschen Hauptstadt, diesmal im Bezirk Neukölln

Polizei Berlin
Symbolbild

Im Berliner Stadtteil Neukölln sind am Freitagnachmittag  zwei schwule Männer angegriffen und verletzt worden. Das berichtet die Berliner Polizei in einer Presseaussendung.

Demnach meldeten sich die beiden Männer im Alter von 23 und 28 Jahren bei einer Polizeistation und zeigten den Vorfall dort an. Sie seien gegen 15.30 Uhr auf der Sonnenallee in Richtung Hermannplatz unterwegs gewesen, sagten sie den Beamten.

Plötzlich kamen sechs Männer auf die beiden zu und fragten den 28-Jährigen, warum er Ohrringe trage. Er antwortete, dass es egal wäre, ob er schwul sei. Daraufhin sollen zwei Männer der Gruppe das Duo angegriffen haben.

Dabei ist der 23-Jährige offenbar auch mit einer leeren Obstkiste beworfen worden. Sein Partner erlitt bei dem Angriff leichte Verletzungen am Kopf, den Armen und den Beinen. Eine Suche nach den Angreifern war erfolglos. Eine Beschreibung der mutmaßlichen Täter wurde von der Polizei nicht veröffentlicht.

Bei der Polizei gaben die beiden Männer an, der Grund für den Angriff sei ihre Homosexualität gewesen. Wie bei allen Hassverbrechen ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin, diesmal wegen gefährlicher Körperverletzung mit homophonem Hintergrund.

Als einzige deutsche Stadt macht Berlin den homo- und transfeindlichen Hintergrund sämtlicher Straftaten im Polizeibericht öffentlich und geht diesen Verbrechen konsequent nach. Deshalb ist die Zahl der Hassverbrechen in Berlin deutlich höher als in anderen deutschen Städten.